Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

26.09.2012

12:45 Uhr

Extreme Deep Field

Hubble blickt zurück bis fast zum Urknall

So tief haben Astronomen noch nie ins Universum geschaut: Das Hubble-Teleskop hat Galaxien in mehr als 13 Milliarden Lichtjahren Entfernung aufgespürt – und damit einen Blick in die Zeit kurz nach dem Urknall geworfen.

Rund 5500 Galaxien sind auf der Aufnahme des Weltraumteleskopes Hubble zu sehen. Die Langzeitbelichtung mit dem Namen "Hubble extreme Deep Field" (XDF) enthüllt Galaxien in einer Entfernung von bis zu 13,2 Milliarden Lichtjahren. dpa

Rund 5500 Galaxien sind auf der Aufnahme des Weltraumteleskopes Hubble zu sehen. Die Langzeitbelichtung mit dem Namen "Hubble extreme Deep Field" (XDF) enthüllt Galaxien in einer Entfernung von bis zu 13,2 Milliarden Lichtjahren.

BaltimoreDas Weltraumteleskop „Hubble“ hat den bislang tiefsten Blick ins Weltall geworfen: Die Langzeitbelichtung mit dem Namen „Hubble extreme Deep Field“ (XDF) enthüllt rund 5500 Galaxien in einer Entfernung von bis zu 13,2 Milliarden Lichtjahren, wie das US-amerikanische Weltraumteleskop-Forschungsinstitut STScI in Baltimore mitteilte.

„Das XDF ist die tiefste Himmelsaufnahme, die je erzielt wurde, und enthüllt die schwächsten und fernsten Galaxien, die je beobachtet wurden“, erläuterte Garth Illingworth von der Universität von Kalifornien in Santa Cruz in der Mitteilung. „XDF ermöglicht uns, weiter zurück in der Zeit zu spähen als jemals zuvor.“

Das XDF ist ein Ausschnitt aus dem „Hubble Ultra Deep Field“ (UDF) der Jahre 2003/2004 aus dem südlichen Sternbild Fornax. Für die neue Aufnahme hatte das Teleskop einen winzigen Himmelsbereich, der nur ein Bruchteil so groß ist wie der Vollmond, in den vergangenen zehn Jahren insgesamt etwa 555 Stunden lang beobachtet.

Auf diese Weise wurden noch Galaxien sichtbar, die zehn Milliarden Mal schwächer leuchten als mit dem bloßen Auge zu sehen. Die fernste Galaxie in der Aufnahme stammt aus einer Zeit, als das Universum erst 450 Millionen Jahre alt war. Zum Vergleich: Inzwischen sind bereits 13 700 Millionen Jahre seit dem Urknall vergangen.

Das aus 2000 Einzelaufnahmen zusammengesetzte Bild enthält die Geschichte der Galaxienentwicklung fast seit dem Urknall bis heute. Sowohl die uralten, winzigen Saaten der heutigen majestätischen Spiralgalaxien sind darauf zu sehen als auch alte, rote Galaxien, die kaum noch neue Sterne produzieren.

Von

dpa

Kommentare (6)

Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.  Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.

Micha

26.09.2012, 13:02 Uhr

Seit dem Urknall bewegt sich das Licht mit Lichtgeschwindigkeit fort. Zur Urknallzeit war alles sehr eng zusammen :-) Da sich das Universum, und somit auch wir, mit deutlich weniger als der Lichtgeschwindigkeit ausdehnt, erscheint es recht schwierig Aufnahmen bis fast zurück an den Urknall zu machen. Das ist wie der 100-Meter-Läufer, der so schnell läuft, daß er die Kugel des Startschusses überholt. Habe ich da einen Denkehler?

Rechner

26.09.2012, 14:18 Uhr

'Micha' sagt
----------------
Seit dem Urknall bewegt sich das Licht mit Lichtgeschwindigkeit fort. Zur Urknallzeit war alles sehr eng zusammen :-) Da sich das Universum, und somit auch wir, mit deutlich weniger als der Lichtgeschwindigkeit ausdehnt, erscheint es recht schwierig Aufnahmen bis fast zurück an den Urknall zu machen. Das ist wie der 100-Meter-Läufer, der so schnell läuft, daß er die Kugel des Startschusses überholt. Habe ich da einen Denkehler?
----------------

Ja.

Denn das Licht wird nicht "überholt":

Licht bewegt sich mit Lichtgeschwindigkeit, nämlich 300.000 km/sec.

Weshalb wir Dinge die auf dem Mond pasieren erst mit einer Sekunde Verspätung sehen.

Und Dinge die weiter weg sind eben mit mehr Verspätung...

Es ist wichtig zu verstehen, daß die Hauptkomponente der Expansion des Universums die Expansion des Raums selber ist.

Um so weiter Objekte entfernt sind, desto schneller entfernen sie sich von uns.

...

Sie sagen es nicht - aber Ihre Argumentation läßt durchscheinen daß sie sich den Urknall und die Expansion des Universums als eine Explosion von Materie innerhalb eines unendlichen dreidimensionalen Raums vorstellen.

Das ist nach den gängigen Theorien aber nicht der Fall - das Universum hat die Topologie eines drei-dimensionalen Möbius-Bands in einem vierdimensionalen Raum.

Es gibt in diesem Univerum Objekte, die sich mit einer Geschwindigkeit die größer ist als die Lichtgeschwindigkeit von uns entfernen.

Sie BEWEGEN sich aben nicht mit einer Geschwindigkeit die größer wäre als die Lichtgeschwindigkeit. Denn ihre Entfernung von uns nimmt aufgrund der Ausdehnung des Raums selber zu, nicht aufgrund einer Bewegung der Objekte IM RAUM.

"Astronomers have observed about 1,000 galaxies with redshifts larger than 1.5. That is, they have observed about 1,000 objects receding from us faster than the speed of light."

http://space.mit.edu/~kcooksey/teaching/AY5/MisconceptionsabouttheBigBang_ScientificAmerican.pdf

Account gelöscht!

26.09.2012, 16:11 Uhr

Da der eigentliche Big Bang auch mit den besten Teleskopen ja nie zu sehen sein wird, da zu diesem Zeitpunkt noch nicht einmal die Elemente vorhanden waren und der winzige, aber rasend schnell expandierende Raum nur mit Energieformen erfüllt war und noch nicht leuchtete, wüsste ich gerne, wie nahe (in Lichtjahren) sich die Astronomen künftig an den Big Bang optisch (im spektroskopisch weitesten Sinne) zu nähern vermögen und wie man sich das spektroskopische Bild dannzumal vorzustellen hat?

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×