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22.05.2017

10:28 Uhr

Extremely Large Telescope

Ein Hightech-Auge in Chiles Wüste

Premiere in der Wüste: In Chile wird in dieser Woche der Grundstein für das größte optische Teleskop der Welt gelegt. Das über eine Milliarde Euro teure Hightech-Auge soll unter anderem nach Leben fern der Erde suchen.

Das Extremely Large Telescope (ELT) in der Atacama-Wüste im Norden von Chile (Computersimulation). Das ELT soll das größte optische Teleskop der Welt werden. dpa

ELT

Das Extremely Large Telescope (ELT) in der Atacama-Wüste im Norden von Chile (Computersimulation). Das ELT soll das größte optische Teleskop der Welt werden.

Santiago de ChileEin abgelegener Berggipfel in Chiles Atacamawüste wird zum Zentrum eines weltweit einmaligen Projekts. Hier wird nach jahrelangen Vorbereitungen das größte optische Teleskop der Welt gebaut. Mit einem Hauptspiegel von 39 Metern Durchmesser soll es als Riesenauge den Blick gen Himmel richten, um erdähnliche Planeten, Sterne und Galaxien zu beobachten.

Der Armazones-Berg (3048 Meter) befindet sich 130 Kilometer südlich von Antofagasta im Norden Chiles. Vor zwei Jahren wurde die Spitze gesprengt, um eine Plattform für das Extremely Large Telescope (ELT) zu errichten. Am 26. Mai will Chiles Staatschefin Michelle Bachelet den Grundstein legen, ab 2024 soll das Teleskop hier sein erstes Sternenlicht einfangen.

Das Projekt der Europäischen Südsternwarte ESO hat in der Wüste einen idealen Standort gefunden. Dank der sogenannten Humboldt-Strömung ist die Region fast ständig wolkenfrei. Die Wolken bleiben entweder über dem Pazifischen Ozean oder auf der argentinischen Seite der Anden. In rund 90 Prozent der Nächte ist der Sternenhimmel in der äußerst sauberen und trockenen Wüstenatmosphäre klar genug für wissenschaftliche Sternbeobachtungen.

„Der Sprung von den gegenwärtigen Teleskopen zum ELT ist etwa so groß wie der Sprung von Galileos Auge zu seinem Teleskop“, erklärt Tim de Zeeuw, Generaldirektor der ESO. Der Hauptspiegel des ELT wird fünf Mal größer sein als bei den heute stärksten Teleskopen. Zudem wird er 13 Mal mehr Licht einfangen können, was viel schärfere Bilder ermöglicht.

Eines der Hauptziele des Projektes ist die Erkundung von Exoplaneten außerhalb unseres Sonnensystems, auf denen es Leben geben könnte. Erst kürzlich machten Entdeckungen bei dem Roten Zwergstern Trappist-1 und bei dem Stern Proxima Centauri Schlagzeilen. Derzeit überbieten sich die Planetenforscher weltweit in ihrem Bemühen, den ersten bewohnbaren Exoplaneten zu entdecken.

De Zeeuw ist der Ansicht, dass dieses Ziel im nächsten Jahrzehnt erreicht werden kann. „Es ist schon kurios, dass dieses Teleskop in einem der unbelebtesten Ecken der Welt, der Atacama-Wüste, uns dabei helfen kann, Lebenszeichen woanders zu finden“, sagt der ESO-Generaldirektor.

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