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02.07.2014

09:57 Uhr

Fabelwesen

Der Yeti ist gar keiner

Ob Yeti, Bigfoot oder Almasty: In verschiedenen Regionen der Welt halten sich hartnäckig Legenden über haarige Affenmenschen. Was an solchen Geschichten dran ist, wollten Genetiker der Universität Oxford genau wissen.

Der sowjetische Wissenschaftler A.G. Pronin zeichnete diese Skizze eines Yeti. Pronin behauptet, dem Wesen im Jahr 1967 zwei Mal begegnet zu sein. dpa

Der sowjetische Wissenschaftler A.G. Pronin zeichnete diese Skizze eines Yeti. Pronin behauptet, dem Wesen im Jahr 1967 zwei Mal begegnet zu sein.

OxfordFür Anhänger des Yeti-Mythos sind es enttäuschende Neuigkeiten: Angebliche Fell- und Haarproben des sagenumwobenen Zottelwesens aus dem Himalaya stammen in Wirklichkeit von Bären und anderen Säugetieren. Forscher um den britischen Genforscher Bryan Sykes werteten dutzende Gewebeproben aus und verglichen die Ergebnisse mit Daten zum Erbgut bekannter Tierarten. Über ihre Ergebnisse berichten sie aktuell in den in den „Proceedings B“ der britischen Royal Society.

Das Fabelwesen Yeti, das im Himalaya angeblich wiederholt gesichtet wurde, fasziniert schon seit Generationen. Die Spekulationen wurden unter anderem durch Fotos des britischen Bergsteigers Eric Shipton bei einer Mount-Everest-Expedition befeuert, auf denen riesige Tatzen-Abdrücke im Schnee zu sehen sind. In den USA ist ein vergleichbares Wesen namens Bigfoot bekannt, im Kaukasus heißt die dortige Kreatur Almasty.

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„Auf der einen Seite weisen zahlreiche Berichte mit Augenzeugen und Fußabdrücken als Beweis auf die Existenz eines großen, unbekannten Primaten in vielen Regionen der Welt hin“, schreiben die Forscher. „Auf der anderen Seite wurden noch nie Körper oder neuere Fossilien von solchen Wesen authentifiziert.“ Die moderne Wissenschaft habe dieses Feld „weitgehend gemieden“.

Sykes und seine Mitstreiter von der Universität in Oxford wollten dies ändern. Im Mai 2012 riefen sie Museen und private Sammler auf, Fell- und Haarproben einzureichen, die angeblich vom Yeti, von Bigfoot, Almasty und einem in Sumatra gesichteten, kleinen Primaten namens Orang Pendek stammen. Sie erhielten 57 solcher Proben, von denen sie letztlich aus 30 DNA-Material entnehmen konnten.

Die Analyse ergab ein eindeutiges Bild: Fast alle Proben ließen sich bekannten Tierarten zugeordnen. Neben Bären, Pferden, Kühen, Waschbären und Ziegen wurde auch Erbgut von einem Tapir, einem Wolf und einem Hund gefunden. Eine Probe aus dem US-Bundesstaat Texas entpuppte sich sogar als Haar eines Menschen, vermutlich europäischer Herkunft.

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