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24.02.2015

14:23 Uhr

Favipiravir

Ebola-Medikament zeigt ermutigende Ergebnisse

Ein experimentelles Arzneimittel gegen Grippe lässt nach ersten Tests Hoffnungen auf eine Wirksamkeit gegen Ebola aufkommen. Voraussetzung scheint allerdings, dass das Medikament Patienten frühzeitig verabreicht wird.

Das Grippe-Medikament Favipiravir könnte möglicherweise auch zu einer Waffe gegen Ebola werden. Reuters

Das Grippe-Medikament Favipiravir könnte möglicherweise auch zu einer Waffe gegen Ebola werden.

SeattleNeue Hoffnung auf ein Medikament gegen Ebola: Ein experimentelles Präparat aus Japan hat bei ersten Tests an Menschen in Westafrika Anzeichen einer Wirkung gegen die tödliche Krankheit gezeigt. Die Studie zur Wirksamkeit des Mittels Favipiravir befindet sich aber derzeit noch in der Anfangsphase.

Die Ergebnisse der Tests an den ersten 69 Erwachsenen und Jugendlichen im westafrikanischen Staat Guinea wurden am Montag veröffentlicht. Unter denjenigen, denen das Medikament Favipiravir verabreicht wurde, als die Virusstufe noch niedrig war, lag die Überlebensquote bei 85 Prozent.

Forscher sehen darin eine Verbesserung zu der Quote von rund 70 Prozent für Patienten, die zwei Monate vor Beginn der Studie in den gleichen Kliniken behandelt worden waren. Allerdings wirkte das Medikament nur, wenn Patienten unmittelbar beim Auftreten erster Symptome behandelt wurden. Bei den Patienten, die das Medikament später bekamen, wurden keine Unterschiede festgestellt.

Es gebe „vorläufige Beweise“ dafür, dass Favipiravir wirksam sein könnte, heißt es in einer Stellungnahme des EU-Kommissars für Forschung, Wissenschaft und Innovation, Carlos Moedas, dessen Abteilung bei der Finanzierung der Arbeit geholfen hat. Allerdings wurden bislang noch zu wenige Personen mit Favipiravir behandelt, um wirklich sagen zu können, ob es hilft. Auch könnten andere Faktoren einen Unterschied machen, darunter eine bessere Gesundheitsfürsorge.

Es gibt auch keine Vergleichsgruppe mit Patienten, die keine Behandlung bekamen oder denen ein anderes Medikament verabreicht wurde. Selbst Ärzte, die an der Studie beteiligt sind, räumen deshalb ein, dass weitere Forschung notwendig sei, um die Sicherheit und Wirksamkeit von Favipiravir festzustellen.

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