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28.01.2015

09:21 Uhr

Ferne Welten

Uraltes Planetensystem entdeckt

Forscher haben den ältesten Stern mit erdähnlichen Planeten entdeckt. Der Fund des Planetensystems lässt vermuten, dass lebensfreundliche Welten schon deutlich früher existiert haben könnten als bislang vermutet.

Die Illustration zeigt das Sonnensystem Kepler-444. Fünf Planeten umkreisen hier einen mehr als 11 Milliarden Jahre alten Stern. ap

Die Illustration zeigt das Sonnensystem Kepler-444. Fünf Planeten umkreisen hier einen mehr als 11 Milliarden Jahre alten Stern.

BerlinLebensfreundliche Welten haben im Universum womöglich schon früher existiert als bisher angenommen. Dies legt die Entdeckung des bislang ältesten bekannten Sonnensystems mit Planeten von erdähnlicher Größe nahe, die einem Forscherteam unter Leitung der Universität Birmingham gelungen ist.

Mit Messdaten des Weltraumteleskops Kepler fanden Forscher fünf vergleichsweise kleine Planeten bei dem Stern Kepler-444, dessen Geburtsstunde etwa 11,2 Milliarden Jahre zurückliegt. Damit ist dieses Planetensystem fast zweieinhalb Mal so alt wie unser Sonnensystem, berichtet das Max-Planck-Institut für Sonnensystemforschung (MPS) in Göttingen. Bisher ist kein anderes System vergleichbaren Alters bekannt, das Planeten von erdähnlicher Größe besitzt.

Tatsächlich mutet das System Kepler-444 wie eine weit entfernte Ausgabe unseres eigenen inneren Sonnensystems an – mit den Planeten Merkur, Venus, Erde und Mars. Zwar kreisen dort im Sternbild Leier nicht vier, sondern fünf kleine Planeten um ihr Zentralgestirn; ihre Größen liegen jedoch alle zwischen denen von Merkur und Venus. Die fünf Exoplaneten umrunden den Stern in weniger als zehn Tagen und dementsprechend in einem Abstand von weniger als einem Zehntel der Entfernung zwischen Erde und Sonne.

Für seine Untersuchung nutzte das Team Methoden der sogenannten Asteroseismologie: Das Weltraumteleskop Kepler beobachtete dazu die natürlichen Resonanzen des Sterns. Diese werden von Schallwellen erzeugt, die im Stern gefangen sind und ihn zum Schwingen bringen. „Die Schwingungen verursachen winzige Helligkeitsschwankungen im Licht, das der Stern ins All strahlt“, sagt Saskia Hekker vom MPS. „Ihnen können wir Durchmesser, Masse und Alter des Sterns entnehmen.“

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