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17.03.2004

08:15 Uhr

Fernsehsender zahlen sogar für ihre Verbreitung

Die gute alte Antenne ist wieder gefragt

VonFrank Zervos (Handelsblatt)

Eigentlich war die Antenne für den Fernsehempfang ja schon längst eingemottet: Nur fünf oder sechs Programme, die Empfangsqualität meistens schlecht, die Technik veraltet. Heute schauen weniger als zehn Prozent der Haushalte in Deutschland noch über die gute alte Antenne, der Rest ist schon lange auf Kabel- oder Satellitenempfang umgestiegen. Doch das soll sich jetzt wieder ändern. Unter dem etwas komplizierten und technisch klingenden Namen „DVB-T“ bekommt die Antenne eine neue Chance.

DÜSSELDORF. Die Umstellung der Fernsehausstrahlung von analog nach digital wird in Deutschland derzeit in großem Umfang vorangetrieben. Als erstes Gebiet wurde im letzten Jahr Berlin/Brandenburg komplett auf digitales Antennenfernsehen umgestellt. Haushalte, die bis dahin sechs Kanäle analog empfangen konnten, sahen ab August 2003 nur noch Bildrauschen. Die analogen Sendeanlagen im Fernsehturm am Alexanderplatz wurden zu diesem Zeitpunkt abgeschaltet und durch die neue digitale Technik ersetzt, die auf einem analogen Kanal bis zu vier digitale Programme überträgt.

Neben mehr Programmen, die in besserer Qualität empfangen werden können, stehen für den Nutzer vor allem zwei Vorteile im Vordergrund: Nach der einmaligen Investition in eine Empfangsbox fallen keine weiteren Kosten an, und die Fernsehsignale lassen sich in jedem Raum über eine kleine Zimmerantenne drahtlos empfangen – aufwendige Satellitenanlagen oder Strippenziehen für Kabelanschlussdosen sind nicht mehr nötig. „Dies ist vor allem für diejenigen interessant, die ein Zweit- oder Drittgerät im Kinderzimmer, in der Küche oder auf dem Campingplatz aufstellen wollen“, erklärt Hans Hege, Direktor der Medienanstalt Berlin-Brandenburg.

In Berlin werden digital fast 30 Programme gesendet, und um die empfangen zu können, mussten sich die Nutzer eine digitale Set-Top-Box anschaffen. „Am Anfang war die große Herausforderung, den Leuten zu erklären, warum sie ihr Fernsehen nicht mehr wie gewohnt empfangen konnten“, sagt Hege, der mit der Landesmedienanstalt federführend war für die weltweit erste vollständige Umstellung auf DVB-T. Sie sollte auch Wegweiser für die weitere Entwicklung sein. „Wäre das Projekt bei uns gescheitert, hätte es das Aus für DVB-T in ganz Deutschland bedeutet“, sagt Hege.

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