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16.06.2016

15:26 Uhr

Feuertest im All

Nasa setzt Raumkapsel in Brand

Mit zwei Tonnen Müll an Bord fliegt ein Raumtransporter durchs All. Plötzlich bricht an Bord ein Feuer aus. Was sich nach einen Science-Fiction-Drama anhört, hat die Nasa jetzt im All Wirklichkeit werden lassen.

Die Cygnus-Kapsel bei der Annäherung an den Roboterarm der Raumstation ISS. Inzwischen hat der Transporter die Station wieder verlassen und dient nun als Versuchsstation für Feuertests im All. Reuters

Raumtransporter Cygnus

Die Cygnus-Kapsel bei der Annäherung an den Roboterarm der Raumstation ISS. Inzwischen hat der Transporter die Station wieder verlassen und dient nun als Versuchsstation für Feuertests im All.

WashingtonDie Nasa hat auf einem unbemannten Raumtransporter im All ein Feuer ausgelöst. Die unbemannte Kapsel Cygnus wurde nach dem Abkoppeln von der Internationalen Raumstation ISS zu Forschungszwecken in Brand gesetzt worden.

Laut Nasa handelte es sich um das bislang größte Feuer, das von Menschen im All verursacht wurde. Die Daten des Experiments sollen dafür genutzt werden, neue Brandschutzanlagen für Raumfahrzeuge sowie Brandschutzausrüstungen für Astronauten zu entwickeln.

Raumfahrt-Katastrophen

22. März 1961

Kurz vor dem ersten russischen Raumflug kommt der Kosmonaut Walentin Bondarenko beim Training in einer Isolationskammer des Moskauer Instituts für Raumfahrtmedizin ums Leben. Ein mit Alkohol getränkter Wattebausch hatte sich entzündet und die mit reinem Sauerstoff gefüllte Kammer in Brand gesetzt.

27. Januar 1967

Bei einem Bodentest der US-Raumkapsel Apollo 1 am Raketenstartplatz Cape Canaveral (US-Bundesstaat Florida) verbrennen drei amerikanische Astronauten. Ein Funke hatte die Kapsel in Brand gesetzt.

24. April 1967

Der sowjetische Kosmonaut Wladimir Komarow zerschellt nach der Rückkehr aus dem Weltraum mit seinem Raumschiff Sojus 1 auf der Erde. Das Fallschirmsystem hatte versagt.

29. Juni 1971

Die dreiköpfige Besatzung des sowjetischen Raumschiffes Sojus 11 wird bei der Rückkehr von der Saljut-Raumstation tot in ihrer Kapsel aufgefunden. Bei der Landung hatte der Druckausgleich der Kapsel versagt.

18. März 1980

Eine Wostok-2M-Rakete explodiert beim Betanken direkt auf der Startrampe des russischen Weltraumbahnhofs Plessezk. 48 Menschen sterben.

28. Januar 1986

Nur 73 Sekunden nach dem Start explodiert die US-Raumfähre Challenger und stürzt in den Atlantik. Alle sieben Astronauten kommen ums Leben. Unglücksursache: eine fehlerhafte Dichtung zwischen Segmenten einer Antriebsrakete.

15. Februar 1996

Eine chinesische Rakete des Typs CZ-3 kommt kurz nach dem Start vom Kurs ab und stürzt in ein Dorf. Bei der Explosion sterben nach offiziellen Berichten sechs Menschen, inoffizielle Quellen sprechen von bis zu 500 Toten.

1. Februar 2003

Die Raumfähre Columbia bricht während des Wiedereintritts in die Erdatmosphäre auseinander. Alle sieben Astronauten an Bord sterben. Ursache der Katastrophe: Beim Start war ein Stück Schaumstoff vom Außentank abgerissen und hatte die Hitze-Isolierung des Spaceshuttles beschädigt.

22. August 2003

Eine brasilianische Trägerrakete des Typs VLS-1 explodiert auf der Startrampe des Weltraumbahnhofs Alcantara im Norden Brasiliens. 21 Menschen sterben.

Cygnus hatte sich am Dienstag mit knapp zwei Tonnen Müll von der ISS gelöst. Etwa fünf Stunden später und in sicherer Entfernung von der Raumstation lösten die Nasa-Techniker dann das Feuer aus. Dabei wurde nach Angaben der Raumfahrtbehörde innerhalb eines abgeschlossenen Raums ein 1,00 Meter langes und 0,40 Meter breites Objekt aus Glasfaser und Baumwelle mittels eines glühenden Drahtes in Brand gesetzt.

Durch das Experiment wollte die Nasa Erkenntnisse darüber gewinnen, wie groß Flammen unter den Bedingungen der Schwerelosigkeit werden, wie schnell sich das Feuer ausbreitet, wie heiß es wird und welche Menge an schädlichen Gasen entsteht. Die Nasa hatte in der Vergangenheit schon kleinere Feuer im All entfacht, aber noch nie die Entwicklung größerer Feuer erforscht.

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