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13.05.2011

10:36 Uhr

Fibromyalgie

Der unsichtbare Feind im Körper

Der Feind ist unsichtbar. Er lauert im ganzen Körper und verursacht unterschiedliche Beschwerden. Drei bis vier Prozent der deutschen Bevölkerung leiden unter dem Fibromyalgie-Syndrom.

Chronische Schmerzen: Drei bis vier Prozent der deutschen Bevölkerung leiden unter dem Fibromyalgie-Syndrom. Quelle: dpa

Chronische Schmerzen: Drei bis vier Prozent der deutschen Bevölkerung leiden unter dem Fibromyalgie-Syndrom.

SeckachDie Betroffenen sehen gesund aus, auch die Ärzte nichts finden: Nicht im Blut, nicht im Röntgenbild ist Fibromyalgie nachzuweisen. Manche behaupten deshalb, dass es die Krankheit gar nicht gibt; andere wiederum sehen darin ein rein psychisches Leiden.

Nach den 2008 veröffentlichten Klinischen Leitlinien ist das Fibromyalgie-Syndrom eine chronische Krankheit mit Schmerzen in mehreren Körperregionen. Da die Ursache des Syndroms noch nicht erforscht ist, beschränkt sich die Therapie bislang auf die Linderung der Symptome.

Bei Margit Settan fingen die Schmerzen bereits mit neun Jahren in den Beinen an. Dann hatte sie lange Zeit Ruhe. Erst der Tod ihres Sohnes vor 15 Jahren hat die Krankheit richtig zum Ausbruch gebracht. „Seitdem vergeht kein Tag ohne Schmerzen“, sagt die 58-jährige Bundesvorsitzende der Deutschen Fibromyalgie Vereinigung aus dem baden-württembergischen Seckach. „Sie fühlen sich wie Muskelkater an oder wie die typischen Gelenkschmerzen beim grippalen Infekt.“

Vor allem an den Übergängen von den Muskeln zu den Sehnen, den sogenannten Tenderpoints, sind die Schmerzen ausgeprägt. Als Diagnose-Kriterium würden sie mittlerweile aber nicht mehr genutzt, sagt der Koordinator der Leitlinie zum Fibromyalgie-Syndrom, Winfried Häuser, vom Klinikum Saarbrücken.

Drei bis vier Prozent der deutschen Bevölkerung sind nach Häusers Angaben von dem Syndrom betroffen. Nach Krankenkassen-Daten wurde es allerdings nur bei rund 0,5 Prozent der Menschen offiziell festgestellt.

„Das Fibromyalgie-Syndrom wird unterdiagnostiziert“, sagt Häuser. Die Diagnose ist umfangreich, da viele Symptome andere Erkrankungen imitieren und viele ärztliche Fachgebiete betreffen. Zudem müssen entzündliche und Stoffwechselerkrankungen, die dieselben Symptome haben, ausgeschlossen werden. 

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