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08.03.2004

07:00 Uhr

Flugmodell „Phoenix“ hat zuverlässig funktioniert

Europäischer Transporter besteht Tests

Der Prototyp eines unbemannten europäischen Raumtransporters hat erste Rolltests auf der Erde erfolgreich absolviert.

HB BREMEN. Die Brems- und Steueranlagen des Flugmodells „Phoenix“ hätten zuverlässig funktioniert, teilte der Raumfahrtkonzern EADS Space Transportation am Freitag in Bremen mit. Das sieben Meter lange und 1200 Kilogramm schwere Fluggerät gilt als Vorläufer des Raumtransporters „Hopper“. Er wird als wiederverwendbare und preisgünstige Alternative zu Einweg-Trägerraketen geplant.

Etwa 20 000 US-Dollar koste der Transport von einer Kilo Nutzlast in den Weltraum mit herkömmlichen Trägerraketen, sagte EADS-Sprecher Matthias Spude. Mit der „Hopper“-Technik ließen sich die Kosten halbieren. Sollte sich die Europäische Weltraumorganisation Esa für das Konzept entscheiden, könnte der Raumtransporter vom Jahr 2020 an einsatzbereit sein. Als weiter entfernte Vision gilt auch eine bemannte „Hopper“-Ausführung.

Der 50 Meter lange „Hopper“ mit einer Spannweite von 27 Metern soll nach seinem Start von der Erde bis zu 7,5 Tonnen schwere Nutzlasten wie Satelliten in einer Umlaufbahn von 130 Kilometern aussetzen. Danach muss er selbstständig einen Flugplatz ansteuern und vollautomatisch landen.

Den Prototyp „Phoenix“ will EADS im Mai in Nordschweden erproben. Dabei wird das Modell in 2 400 Meter Höhe von einem Hubschrauber abgeworfen, um die Flugeigenschaften des schwerfälligen Raumgleiters zu testen. Nach einem freien Fall soll er abbremsen, wie ein Segelflugzeug gleiten und auf der Erde aufsetzen. „Es fliegt wie eine stürzende Euro-Palette“, sagte EADS-Projektleiter Peter Kyr zu den wahrscheinlichen Flugeigenschaften des Fluggeräts.

EADS hat bislang 8,2 Millionen Euro in das Projekt investiert. Insgesamt sind 16 Millionen Euro vorgesehen.

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