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22.01.2012

09:09 Uhr

Forschung

Lufthansa testet Elektroantriebe

VonMarkus Fasse, Jens Koenen

Um Sprit zu sparen, sollen Flugzeuge in Zukunft mit dem Schub von Elektromotoren zum Start rollen. Erste Versuche sind vielversprechend.

Ein Airbus A320-200 rollt über das Rollfeld auf dem Flughafen in Dresden. dpa

Ein Airbus A320-200 rollt über das Rollfeld auf dem Flughafen in Dresden.

München / FrankfurtDer Test verlief fast lautlos: Sanft rollte die modifizierte A320 über das Vorfeld des Frankfurter Flughafens. Doch nicht die Triebwerke lieferten den Schub für das Manöver. Kaum sichtbare Elektromotoren an den Rädern sorgten dafür, dass der gut 50 Tonnen schwere Airbus über das Flugfeld glitt. "Das war, als wenn das Flugzeug Ballett getanzt hätte", sagt eine Beteiligte.

Lufthansa, der amerikanische L3-Konzern und Airbus haben kurz vor Weihnachten Neuland in der Luftfahrtindustrie betreten. Denn seit Beginn des Jet-Zeitalters nutzen Flugzeuge am Boden ausschließlich ihre Triebwerke, um auf dem Flughafen zu manövrieren. Das soll in Zukunft anders werden: Wenn Elektromotoren die Maschinen sanft zum Start schieben, wird der laute und teure Düsenantrieb erst dann gestartet, wenn das Flugzeug tatsächlich in die Luft gehen soll.

"Wir sind überzeugt, dass das System sowohl den Flugzeugbetreibern als auch den Dienstleistern an Flughäfen beträchtliche wirtschaftliche und ökologische Vorteile bringen wird", sagt L-3-Manager Joe Hoffman. Lufthansa will erst einmal "die große Menge an Daten auswerten" und im Laufe des Jahres über den Bau eines Prototypen entscheiden. Auch Airbus spricht noch von einer "frühen Phase der Entwicklung".

Das Flugzeugballett zu Frankfurt zeigt einmal mehr, wie stark die Branche unter Druck steht. Der steigende Ölpreis und der Emissionsrechtehandel nehmen die Airlines in die Zange. Airbus und Boeing rüsten ihre Bestseller A320 und B737 mit neuen Triebwerken aus, damit die Airlines zehn bis 15 Prozent Sprit einsparen. Hinzu kommen Versuche mit Biosprit, die langfristig die Ökobilanz der Fluglinien verbessern sollen.

Doch das alles wird nicht reichen. In der EU muss bis zum Jahr 2050 der Ausstoß von Kohlendioxid pro Passagier um 75 Prozent gesenkt werden. Da zählt jeder Liter. Experten schätzen, dass pro Flug am Boden etwa drei Prozent des insgesamt verbrauchten Kerosins verbrannt werden.

Kommentare (14)

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Steinweg

22.01.2012, 10:44 Uhr

Wieviel KW hat denn so ein Motor ? Wird der Motor vor dem Start abgeworfen ? und nach der Landung wieder angeschraubt ? Wo bekommt der Motor den Strom her ?

Account gelöscht!

22.01.2012, 12:01 Uhr

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Man könnte ein Flugzeug auch zum Startplatz ziehen,
aber dafür braucht man mehr Hirn als das welche hier anbieten könnten.
Außer meinem natürlich.
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Account gelöscht!

22.01.2012, 12:12 Uhr

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Durch im Boden versenkte Zugschienen mit Elektroantrieb.
Gibt es schon heute, auf Flugzeugträgern. Aber nicht zur Beförderung sondern zur Starthilfe.

Aber wird schon,
wenn der der Erdölpreisschmerz zu nimt wird der Mensch von selbst Kreativ.
Denn im Wort Erdölpreisschmerz steckt das Wort Schmerz.
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