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31.03.2011

12:57 Uhr

Forschungsprojekt

Samonellen helfen im Kampf gegen Krebs

Salmonellen, die schwere Lebensmittelvergiftungen auslösen können, sind die Basis einer neuen Krebstherapie. Forscher am Helmholtz-Zentrum für Infektionsforschung in Braunschweig arbeiten daran.

Fluoreszierende Samonellen liegen unter Schwarzlicht im Labor des Helmholtz-Zentrums in Braunschweig. Salmonellen, die schwere Lebensmittelvergiftungen auslösen können, sind die Basis einer neuen Krebstherapie. Quelle: dpa

Fluoreszierende Samonellen liegen unter Schwarzlicht im Labor des Helmholtz-Zentrums in Braunschweig. Salmonellen, die schwere Lebensmittelvergiftungen auslösen können, sind die Basis einer neuen Krebstherapie.

BraunschweigEs klingt zunächst unglaublich: Mit Salmonellen den Krebs bekämpfen. Die gefährlichen Bakterien, die beispielsweise schwere Lebensmittelinfektionen auslösen können, sind tatsächlich die Basis einer neuen Krebstherapie. Ein Forscherteam am Helmholtz-Zentrum für Infektionsforschung (HZI) in Braunschweig arbeitet daran. Die Forscher setzen allerdings genetisch veränderte, sozusagen entgiftete Salmonellenstämme ein. Die haben auch nützliche Eigenschaften zur Bekämpfung von Krankheiten.

"Seit 150 Jahren ist bekannt, dass Bakterien Tumorzellen zerstören können", berichtet Siegfried Weiß, der am HZI die Arbeitsgruppe Molekulare Immunologie leitet. Doch hätten es Forscher bisher nie geschafft, beim Einsatz gegen Krebs von Bakterien die Infektionsgefahr in den Griff zu bekommen. Das sei mit den Methoden der Molekular- und Infektionsbiologie besonders bei Salmonellen möglich. Heute könnten Bakterien entsprechend genetisch verändert werden.

Ein achtköpfiges Forscherteam am HZI arbeitet seit sechs Jahren an dem Projekt, hat erste Erfolge erreicht und ist laut Weiß weltweit mit führend in diesem Bereich. Die Forscher nutzen bisher das Bakterium Salmonella typhimurium und konzentrieren sich auf den Darmkrebs.

Salmonellen leben in sauerstoffarmen und -reichen Gewebe und können sich daher auch in Tumorbereichen ansiedeln, die schlecht durchblutet sind. Wenn sie intravenös übers Blut in den Körper gebracht würden, lösten sie im Immunsystem bestimmte Botenstoffe aus, sagte Weiß. Die bewirkten, dass die Blutgefäße durchlässig werden. In kurzer Zeit ströme somit Blut zusammen mit Salmonellen ins Tumorgewebe ein. Die Salmonellen könnten dann damit beginnen, den Tumor zu zerstören. In Laborversuchen mit Mäusen sei das schon vielfach gelungen, berichtet Weiß.

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