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08.03.2012

13:53 Uhr

Forschungsschiff Sonne

Spurensuche in der Tiefsee vor Fukushima

VonMartin Kölling

Das Forschungsschiff Sonne ist auf dem Weg nach Fukushima. Deutsche Forscher wollen den Japanern helfen, in der Tiefsee Spuren des Mega-Bebens vor einem Jahr aufzuspüren. Auf sie wartet eine Herkules-Aufgabe.

Die "Sonne" kurz vor dem Auslaufen aus dem Hafen von Yokohama. dpa

Die "Sonne" kurz vor dem Auslaufen aus dem Hafen von Yokohama.

YokohamaWenige Tage vor dem Jahrestag des Mega-Bebens, das Japans Ostküste eine verheerende Tsunami-Katastrophe bescherte, starten Wissenschaftler eines der ambitioniertesten Vorhaben zur Erforschung der Naturkatastrophe. Das deutsche Forschungsschiff „Sonne“ ist am heutigen Donnerstag vom Hafen Yokohama in See gestochen. Vor der Küste Nordost-Japans will ein deutsch-japanisches Team mit Hightech aus Deutschland die Spuren des Bebens am Meeresgrund aufzuspüren.

Die Ziele der rund vierwöchigen Mission sind hoch gesteckt. Die Sonne soll nicht nur den Meeresgrund im riesigen Erdbebengebiet kartografieren. Die Crew wird versuchen, verschollene unterseeische Seismografen zu bergen, sie wird neue Messinstrumente aussetzen und in mehr als 7000 Meter Wassertiefe an der Bruchzone Stichproben aus dem Sediment nehmen.

Ebenso groß wie die Herausforderung ist auch die Erwartungshaltung. Die Mission diene dazu, die Entwicklung derart enormer Erdbeben besser zu verstehen, sagt Missionsleiter Gerold Wefer, Direktor des Zentrum für Marine Umweltwissenschaften (Marum) der Universität Bremen. Besonders die japanischen Forscher freuen sich auf die Daten. Denn schon jetzt ist klar, dass sie ihre Lehrbücher über die Entstehung von Erdbeben umschreiben müssen.

Bisher sei man davon ausgegangen, dass die Bereiche am äußeren Rand der Reibungszone zwischen der Kontinentalplatte und der pazifischen Platte nicht seismisch aktiv seien, erzählt Kimihiro Mochizuki vom Erdbebenforschungszentrum der Universität Tokio. Stattdessen wurde vermutet, dass sich die Platten in größerer Tiefe verhaken und dort Beben auslösen würden, wenn der Blockade reißt.

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