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23.03.2013

11:28 Uhr

Forschungszentrum Desy

Wenn Petra aus dem Ruder läuft

Am Hamburger Forschungszentrum Desy bringen Wissenschaftler Elektronen das Surfen bei – in Teilchenbeschleunigern, die zu den begehrtesten Forschungseinrichtungen der Welt gehören.

Ein Warnschild in der Experimentierhalle des Freien-Elektronen-Lasers "FLASH" im Forschungszentrum Desy in Hamburg. Hier arbeiten Forscher mit Röntgenstrahlen, die um ein Milliardenfaches intensiver sind als das Licht, das wir vom Röntgen-Arzt kennen. dpa

Ein Warnschild in der Experimentierhalle des Freien-Elektronen-Lasers "FLASH" im Forschungszentrum Desy in Hamburg. Hier arbeiten Forscher mit Röntgenstrahlen, die um ein Milliardenfaches intensiver sind als das Licht, das wir vom Röntgen-Arzt kennen.

HamburgEin Licht auf einem der vielen Computerbildschirme leuchtet in warnendem Rot: „Petra“ läuft nicht rund. Nicht nur die Operateure im Kontrollraum werden unruhig - auch die Forscher an den Messstationen. Denn „Petra“ ist ein Teilchenbeschleuniger, den die Wissenschaftler für ihre Experimente brauchen. Für ihre Vorhaben im Forschungszentrum Desy in Hamburg stehen ihnen nur wenige Tage zur Verfügung. Fällt der Beschleuniger längere Zeit aus, kann ein Experiment zu Ende sein, ehe es richtig begonnen hat.

Desy ist die Abkürzung für Deutsches Elektronen-Synchrotron. Das Forschungszentrum hat seinen Sitz in Hamburg, mitten im beschaulichen Stadtteil Bahrenfelds. Hinter dem weißen Eingangshäuschen entpuppt sich Desy aber als Stadt in der Stadt: Auf rund 50 Hektar arbeiten hier 1900 Menschen, hinzu kommen jährlich etwa 3000 Gastforscher aus aller Herren Länder.

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Hamburger Nobel-Meilen sehen anders aus. Das Forschungsgelände verströmt herben Baracken-Charme, grauweiße Pavillons reihen sich aneinander, neben Hallen mit Wellblech-Fassaden. Doch hinter diesem farblosen Äußeren steckt sehr moderne Technologie: die Desy-Teilchenbeschleuniger.

Neben „Petra“ gibt es hier auch noch den Beschleuniger „Flash“. Forscher aus der ganzen Welt streiten sich darum, hier arbeiten zu dürfen – mit Röntgenstrahlen, die um ein Milliardenfaches intensiver sind als das Licht, das wir vom Röntgen-Arzt kennen.

Damit dieses intensive Licht entsteht, müssen Siegfried Schreiber und seine Kollegen Elektronen auf die Reise durch Hunderte Meter lange Röhren schicken. Schreiber sitzt im Kontrollraum, als bei „Petra“ die Warnleuchten angehen. Er bleibt ruhig. Denn „Petra“ ist nicht sein Beschleuniger. Wäre „Flash“ betroffen, würde der Physiker sicher nicht lässig auf einem der Tische sitzenbleiben.

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