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31.05.2011

11:13 Uhr

Fragen zu EHEC

Warum Gurken, Salat und Tomaten?

VonUlrich Bahnsen, Dagny Lüdemann, Sven Stockrahm
Quelle:Zeit Online

Jetzt gibt es den ersten Ehec-Todesfall außerhalb Deutschlands - und die Verunsicherung wächst: Was passiert, wenn man den Darmkeim bekommt? Und warum wird vor bestimmten Gemüsesorten gewarnt? Die wichtigsten Antworten.

Blattsalat unter Verdacht: Im Hauptlabor des Landesamtes für Landwirtschaft, Lebensmittelsicherheit und Fischerei Mecklenburg-Vorpommern (LALLF) in Rostock werden Salat und Gurken auf E. coli-Bakterien untersucht. Quelle: dpa

Blattsalat unter Verdacht: Im Hauptlabor des Landesamtes für Landwirtschaft, Lebensmittelsicherheit und Fischerei Mecklenburg-Vorpommern (LALLF) in Rostock werden Salat und Gurken auf E. coli-Bakterien untersucht.

Hamburg/BerlinIn Schweden ist laut Krankenhausangaben eine Frau an der Darminfektion Ehec gestorben. Es ist der erste Ehec-Todesfall außerhalb Deutschlands. Immer drängender stellen sich deswegen die Fragen der verunsicherten Verbraucher.

Seit 1982 ist der Darmkeim Ehec bekannt. Damals hatten sich 47 Menschen in den US-Bundesstaaten Oregon und Michigan mit einer aggressiven Variante des Darmbakteriums Escherichia coli angesteckt. Die Betroffenen hatten nicht durchgebratene Burger bei McDonald's gegessen. Zu dem bislang schwersten Ausbruch kam es 1996 in Japan, wo sich in einem Sommer Tausende Schulkinder über verunreinigte Rettichsprossen infizierten.

Seither kam es weltweit immer wieder zu einzelnen Ausbrüchen der Darminfektion. Seit der zweiten Maiwoche verbreitet sich eine Variante des Keims in Deutschland. Die Fälle traten zunächst vor allem in Norddeutschland auf, inzwischen sind nach Informationen der Behörden alle Bundesländer außer Sachsen und Brandenburg betroffen. Da die Dunkelziffer der Infizierten wegen der relativ langen Inkubationszeit aber wohl deutlich höher ist als die Zahl bestätigter Fälle, könnten auch diese Länder inzwischen betroffen sein. Bundesverbaucherministerin Ilse Aigner bezeichnete die Darminfektion inzwischen als "europäisches Problem".

Wissenschaftler hatten wenige Tage nach dem Ausbruch Ehec-Keime auf Salatgurken aus Spanien entdeckt. Seither versuchen die Gesundheitsbehörden, die Lieferwege der Gurken nachzuvollziehen. Unklar ist weiterhin, wo das Gemüse mit dem Bakterium in Kontakt kam, ob weitere Lebensmittel betroffen sind, und wenn ja, welche. Der Erreger lebt normalerweise im Darmtrakt infizierter Tiere. Über die Fäkalien – etwa im Dünger – können Pflanzen kontaminiert werden.

Bislang sind mindestens 14 Menschen an den Folgen einer Ehec-Infektion gestorben. 12 davon waren Frauen. Die Zahl der Infektionen und Verdachtsfälle stieg in den vergangenen Tagen stark an. Die Krankheitsverläufe sind untypisch und verlaufen schwer. Forscher haben den Erregerstamm identifiziert. Es handelt sich um einen seltenen Ehec-Typ. Der Herd des Ausbruchs ist aber weiter unbekannt.

Inzwischen melden auch andere europäische Staaten immer mehr Ehec-Fälle. Zudem sollen nach EU-Angaben auch US-Bürger mit der lebensgefährlichen Durchfallerkrankung infiziert haben.

Expertin im Interview: Was den EHEC-Keim so gefährlich macht

Expertin im Interview

Was den EHEC-Keim so gefährlich macht

Ein aggressiver Escherichia-coli-Stamm geht in Deutschland um. Spanische Gurken scheinen eine Infektionsquelle für den gefährlichen EHEC-Keim zu sein. Was ihn gefährlich macht, erklärt die Biologin Petra Dersch.

Kommentare (9)

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Account gelöscht!

31.05.2011, 11:46 Uhr


EHEC - Ursache

Die Verunreinigung der verschiedenen Gemüsesorten aus spanischen Betrieben im Süden ist erklärbar mit den dortigen Problemen zur Gewinnung von dringend notwendigem Wasser. Die Brunnen der Betriebe, die hektarweise ihre Felder mit Plastikfolien für den Gemüse/Obst-Anbau hergerichtet haben, sind längst trocken. Neue Brunnen aus Tiefbohrungen sind zu teuer für den wettbewerbs-fähigen Export. Deshalb sind die Vermutungen/Gerüchte plausibel, dass die Bauern ihre Pflanzen mit ungereinigtem Abwasser aus
Siedlungen und Landwirtschaft bewässern, um überhaupt ihre Produkte verkaufen zu können. Eine internationale, unabhängige Untersuchung dürfte unabdingbar sein. - Wer sich in Spanien in dieser Richtung umschaut, wird auch in anderen Provinzen als Südspanien schnell feststellen, wie "wuchtig" Gemüsepflanzen, ob nun Kohlpflanzen oder Salat oder Artichocken heranwachsen. Ganz im Gegensatz zu den Kulturen in Frankreich, Holland oder Deutschland. Die Ursache für diesen Superwuchs ist die enorme
Menge an Kunstdünger, den die Bauern ihren Pflanzen "gönnen".

Account gelöscht!

31.05.2011, 11:48 Uhr


EHEC - Ursache

Die Verunreinigung der verschiedenen Gemüsesorten aus spanischen Betrieben im Süden ist erklärbar mit den dortigen Problemen zur Gewinnung von dringend notwendigem Wasser. Die Brunnen der Betriebe, die hektarweise ihre Felder mit Plastikfolien für den Gemüse/Obst-Anbau hergerichtet haben, sind längst trocken. Neue Brunnen aus Tiefbohrungen sind zu teuer für den wettbewerbsfähigen Export. Deshalb sind die Vermutungen/Gerüchte plausibel, dass die Bauern ihre Pflanzen mit ungereinigtem Abwasser aus Siedlungen und Landwirtschaft bewässern, um überhaupt ihre Produkte verkaufen zu können. Eine internationale, unabhängige Untersuchung dürfte unabdingbar sein. - Wer sich in Spanien in dieser Richtung umschaut, wird auch in anderen Provinzen als Südspanien schnell feststellen, wie "wuchtig" Gemüsepflanzen, ob nun Kohlpflanzen oder Salat oder Artichocken heranwachsen. Ganz im Gegensatz zu den Kulturen in Frankreich, Holland oder Deutschland. Die Ursache für diesen Superwuchs ist die enorme Menge an Kunstdünger, den die Bauern ihren Pflanzen "gönnen".

Anschlag....

31.05.2011, 12:47 Uhr

EHEC - Terroranschlag :
http://www.lifegen.de/newsip/shownews.php4?getnews=2011-05-29-5010&pc=s02

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