Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

19.08.2014

17:21 Uhr

Frau in Spezialklinik

Charité entkräftet Ebola-Verdacht

Eine Frau war in einem Job-Center mit hohem Fieber aufgefallen. Auch Personen die mit ihr in Kontakt waren, wurden untersucht. Am Nachmittag gibt die Charité Entwarnung, führt aber weitere Tests durch.

Isolationsstation der Berliner Charite: In einem Job-Center gab es einen Ebola-Verdacht, der sich nicht bestätigte. Reuters

Isolationsstation der Berliner Charite: In einem Job-Center gab es einen Ebola-Verdacht, der sich nicht bestätigte.

Berlin/MadridExperten der Charité gehen davon aus, dass es sich bei der Fieberinfektion der Patientin aus einem Berliner Job-Center mit großer Wahrscheinlichkeit nicht um Ebola handelt. Die 30-Jährige habe sich in Afrika nicht in einem Gebiet aufgehalten, in dem Ebola aufgetreten sei, teilte die Senatsverwaltung für Gesundheit am Dienstagnachmittag mit.

Die Mediziner gehen von einer infektiösen Magen-Darm-Erkrankung aus. Die Frau war am Vormittag mit Fieber in ein Job-Center gekommen und von Notärzten behandelt worden. Danach wurde sie ins Virchow-Klinikum gebracht. Die „Berliner Morgenpost“ und die „BZ“ hatte am Dienstagmittag zuerst über den Fall berichtet. Die Besucher des Job-Centers durften das Gebäude zunächst nicht verlassen.

Für den kompletten Ausschluss einer Ebola-Erkrankung führt die Klinik noch eine Blutanalyse durch. Die Patientin hatte sich vor acht Tagen in Afrika aufgehalten. Auch sechs Menschen, mit denen sie direkten Kontakt hatten, kamen vorsichtshalber ins Krankenhaus, um Ansteckungen auszuschließen.

Ebola kann nur über einen Bluttest nachgewiesen werden. Die ersten Anzeichen für die Infektionskrankheit sind mit Fieber und Kreislaufproblemen ähnlich wie bei einer Grippe oder anderen Tropenkrankheiten wie Malaria. Ebola ist aber weniger ansteckend als Grippe und kann nur über den Kontakt mit Körperflüssigkeiten in Wunden oder Schleimhäuten übertragen werden. Berlin ist auf mögliche Ebola-Fälle mit Isolierstationen gut vorbereitet.

Das Virchow-Klinikum der Berliner Charité ist auf die Behandlung von hochansteckenden Infektionskrankheiten spezialisiert. In den vergangenen Tagen hatte es bereits in Frankfurt am Main und in Hamburg Ebola-Verdachtsfälle gegeben, die sich aber nicht bestätigten.

Das ist das Ebola-Virus

Das Virus

Das Ebola-Virus gehört zu den gefährlichsten Krankheitserregern der Welt. Es löst ein sogenanntes hämorrhagisches, das heißt mit starken Blutungen einhergehendes Fieber aus.

Die Gefahr

Je nach Erregerstamm sterben 25 bis 90 Prozent der Patienten an einer Ebola-Erkrankung. Trotz intensiver Forschung gibt es weder eine Impfung noch ein Heilmittel.

Der Übertragungsweg

Seinen Ursprung hat das Virus im Tierreich. Menschen können sich über den Kontakt zu erkrankten Tieren infizieren, unter anderem Affen. Von Mensch zu Mensch überträgt sich die Krankheit durch Blut und andere Körperflüssigkeiten.

Die Krankheit

Die Inkubationszeit beträgt zwei Tage bis drei Wochen. Plötzlich setzen Fieber, Kopf- und Muskelschmerzen, Schwächegefühl und Halsschmerzen ein. Später gehen Nieren- und Leberfunktion zurück, es können schwere innere Blutungen auftreten.

Die Gefahrenzone

Ebola kommt vor allem nahe des afrikanischen Regenwaldes vor. Zum ersten Mal tauchte es 1976 im Sudan und im Kongo nahe des Ebola-Flusses auf. Ihm verdankt die Krankheit auch ihren Namen.

Auch in Spanien wurde am Dienstag erneut ein Ebola-Verdachtsfall bekannt. In der baskischen Wirtschaftsmetropole Bilbao wurde ein Patient wegen einer möglichen Ebola-Infektion in die Quarantäne-Station eines Krankenhauses gebracht. Wie die Gesundheitsbehörden mitteilten, war der Mann kürzlich von einer Dienstreise aus dem westafrikanischen Land Sierra Leone zurückgekehrt, das von der Ebola-Epidemie besonders betroffen ist. Am Nachmittag gab das Gesundheitsministerium im Baskenland aber Entwarnung.

Durch die Ebola-Epidemie in Westafrika sind wahrscheinlich bereits mindestens 1229 Menschen umgekommen. Aus den vier direkt betroffenen Ländern Guinea, Liberia, Nigeria und Sierra Leone seien zwischen dem 14. und 16. August 113 neue Fälle gemeldet worden, teilte die Weltgesundheitsorganisation (WHO) am Dienstag mit. 84 dieser Patienten seien gestorben.

Kommentare (12)

Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.  Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.

Herr Fred Meisenkaiser

19.08.2014, 12:59 Uhr

"Die WHO wies in ihrer Mitteilung erneut darauf hin, dass nach ihrer Einschätzung keine Einschränkungen im internationalen Reiseverkehr oder im Handel erforderlich sind."
Was nicht sein kann, das nicht sein darf.
Man sollte schnellstens die finanziellen Auswirkungen vergessen, und den Flugverkehr zu den betroffenen Staaten für einige Zeit aussetzen. Kommt der Virus in wirtschaftlich entwickelte Staaten, wird er sich aufgrund des regen Handels blitzartig verbreiten!

Herr Teito Klein

19.08.2014, 13:33 Uhr

Willkommen in Deutschland, Ebola
------------
In Deutschland gibt es offenbar einen neuen Ebola-Verdachtsfall.

Weder die Polizei noch die Feuerwehr will dazu Angaben machen.
Die Frau wurde zur Charité gefahren.
Polizisten kamen mit Mundschutz in das Jobcenter, Aber was hilft ein Mundschutz gegen Ebola? NICHTS!
Und warum wurden keine Spezialisten vom Robert-Koch Institut gerufen? Die haben Ahnung.

real .ist

19.08.2014, 13:45 Uhr





Die Welt zu Gast bei Freunden.





Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×