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14.02.2012

10:38 Uhr

Frühes Leben

Entstand das Leben im Urzeit-Tümpel?

Bislang dachten viele Forscher, das Leben habe sich im Meerwasser entwickelt. Eine aktuelle Untersuchung lässt jetzt jedoch vermuten, dass die Brutstätte der ersten Zellen ein urzeitlicher Tümpel auf dem Land war.

Heißer Wasserdampf aus brodelnden Thermalquellen mischt sich mit der kalten Winterluft im Yellowstone National Park. Ähnlich könnte der Lebensraum ausgesehen haben, in dem sich die frühesten Lebensformen auf der Erde entwickelten. dpa

Heißer Wasserdampf aus brodelnden Thermalquellen mischt sich mit der kalten Winterluft im Yellowstone National Park. Ähnlich könnte der Lebensraum ausgesehen haben, in dem sich die frühesten Lebensformen auf der Erde entwickelten.

DüsseldorfDas Leben auf der Erde ist möglicherweise nicht im Meer entstanden, wie Forscher bislang vermuten. Stattdessen könnten Dämpfe und Gase aus dem Erdinnern den Schlüssel zum frühen Leben liefern, meint der Biophysiker Armen Mulkidjanian von der Universität Osnabrück. An die Oberfläche gelangt, bildeten sich beim Abkühlen der Ausgasungen Tümpel, die eine ideale Brutstätte für das erste Leben darstellten, schreibt der Forscher in den „Proceedings“ der US-Akademie der Wissenschaften (PNAS).

Mulkidjanian analysierte zusammen mit Forschern aus den USA und Russland den möglichen Stoffwechsel der ersten Zellen. Diese benötigten demnach relativ hohe Konzentrationen an Zink, Mangan und Phosphor sowie eine hohes Verhältnis von Kalium zu Natrium. Die Urzeit-Brutstätten müssten nach Forscherangaben daher eher den geothermischen Quellen geglichen haben, wie sie heute etwa im Yellowstone-Nationalpark zu finden sind, als den heutigen Meeresfjorden.

Zunächst hatte das Team etwa 60 Gene untersucht, die heute in allen zellulären Organismen vorkommen. „Diese Gene sind auch bei dem gemeinsamen Vorfahren aller zellulären Organismen vorhanden“, betonte Mulkidjanian.

Anhand der Gene konnten die Forscher einige Proteine dieser Urzelle bestimmen und daraus wiederum auf den Stoffwechsel der frühen Zellen vor etwa vier Milliarden Jahren schließen. Demnach waren die zur Entstehung von Zellen notwendigen chemischen Elemente im Ozean nie in den richtigen Anteilen vorhanden.

Kommentare (1)

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puenktli

14.02.2012, 11:35 Uhr

Leider ist es so wie immer: von nichts kommt nichts. Und wenn etwas da ist, dann kommt es von etwas, was schon da ist. Dieses grundsätzliche Problem wird mit den verschiedenen Modellen weiterhin nicht gelöst. Ob Meer oder Tümpel - where's the difference?

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