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22.11.2012

11:34 Uhr

Galapagos-Schildkröte

Lonesome George war gar nicht so einsam

Als Lonesome George im Juni starb, schien damit eine weitere Unterart der Riesenschildkröte auf den Galápagos-Inseln ausgestorben. Doch der einsame George war offenbar gar nicht so einsam, wie Forscher jetzt entdeckten.

Die Riesenschildkröte "Lonesome George" war offenbar doch nicht die letzte ihrer Unterart. dpa

Die Riesenschildkröte "Lonesome George" war offenbar doch nicht die letzte ihrer Unterart.

DüsseldorfDie im Juni gestorbene Riesenschildkröte „Lonesome George“ war doch nicht die letzte Vertreterin ihrer Unterart. Wissenschaftler haben 17 Tiere auf den Galápagos-Inseln identifiziert, die Gene derselben Unterart Chelonoidis abingdoni aufweisen, berichtet das ecuadorianische Umweltministerium in Quito.

Bei einer gemeinsamen Untersuchung des Galápagos-Naturparks und der Yale-Universität wurden demnach neun Weibchen, drei Männchen und fünf Jungtiere auf der Insel Isabela entdeckt, die als weitläufige Verwandte des „einsamen George“ gelten können. Ihr Erbgut verrät, dass die Tiere zum Teil in erster Generation von der Unterart der Insel Pinta abstammen, der auch George  angehörte.

Die Forscher hatten insgesamt 1600 Gewebeproben analysiert, die seit 2008 von Riesenschildkröten am Hang des Wolf-Vulkans auf Isabela gesammelt worden waren. Die Galápagos-Inseln zeichnen sich durch eine große Vielfalt Schildkröten-Arten aus. Die Schildkröten-Unterarten lebten lange isoliert auf den verschiedenen Inseln.

Segler, die im 19. Jahrhundert die Tiere als Nahrung an Bord nahmen, warfen sie manchmal lebend wieder ins Wasser, wenn sie Überschuss an Lebensmittel hatten. So könnten Exemplare von Pinta auf die Insel Isabela gelangt sein, vermuten die Forscher.

George war im Juni mit über 100 Jahren an Herzversagen gestorben. Bislang ging man davon aus, dass seine Art damit erloschen war. Nun schließen die Forscher nicht aus, dass es auf Isabela nicht nur hybride, sondern auch genetisch ungemischte Pinta-Riesenschildkröten geben könnte.

Kommentare (1)

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Merkur

29.11.2012, 09:07 Uhr

Ist es nicht traurig, dass erst nach seinem Tod die "nahen Verwandten" entdeckt wurden? Was hätte " George the not even longer lonesone" nicht noch für Spass mit seinen Artgenossen haben können - ach ne er war ja im Zoo.

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