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13.02.2013

08:08 Uhr

Gefahr aus dem All

Forscher wollen Asteroiden-Einschläge verhindern

Es klingt nach Science-Fiction und Hollywood – und ist doch wichtige Forschungsarbeit: Mitarbeiter des Raumfahrtunternehmens Astrium untersuchen am Bodensee, wie man Asteroiden-Einschläge auf die Erde verhindern kann.

Noah Saks, Leiter des Projektes „Neoshield“, bei der Arbeit. dpa

Noah Saks, Leiter des Projektes „Neoshield“, bei der Arbeit.

FriedrichshafenWie Bruce Willis im Actionfilm „Armageddon“ sieht Noah Saks nicht gerade aus. In Jeans und T-Shirt sitzt er an einem Tisch im Raumfahrtunternehmen Astrium am Bodensee. Er macht einen völlig entspannten Eindruck, hin und wieder streicht er sich eine schwarze Locke aus der Stirn. Und trotzdem: Im besten Fall könnten der gebürtige Australier und sein Team eines Tages die Welt vor einem Asteroiden retten - eben ähnlich wie Schauspieler Bruce Willis in dem 1998 gedrehten Film, in dem eine Gruppe Spezialisten die Zerstörung der Erde durch einen heranrasenden Himmelskörper abwenden muss.

Denn Saks leitet am Astrium-Standort Friedrichshafen die Arbeiten am internationalen Forschungsprojekt „Neo-Shield“. Bei der im Januar 2012 gegründeten Kooperation tüfteln insgesamt 13 Partner aus Forschung und Industrie daran, wie Einschläge von Asteroiden und Kometen auf die Erde verhindert werden können. Geleitet wird das Projekt von Alan Harris vom Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR). Es ist auf dreieinhalb Jahre angelegt und wird von der Europäischen Union mit vier Millionen Euro unterstützt.

Wenn alles klappt, kann der für Freitag erwartete Asteroid  „2012 DA14“ mit relativ einfachen Mitteln am Himmel beobachtet werden. Forscher sagen voraus, dass die Rekordannäherung am 15. Februar um 20.24 Uhr deutscher Zeit stattfinden wird. dpa

Wenn alles klappt, kann der für Freitag erwartete Asteroid „2012 DA14“ mit relativ einfachen Mitteln am Himmel beobachtet werden. Forscher sagen voraus, dass die Rekordannäherung am 15. Februar um 20.24 Uhr deutscher Zeit stattfinden wird.

Drei Varianten gebe es für ein solches Bedrohungs-Szenario durch einen Asteroiden, sagt Harris. Hat man ein paar Jahre Zeit für seine Ablenkung, könnte man zum Beispiel eine Raumsonde in seine direkte Nähe bringen. Ihre Gravitation würde sich auf den Asteroiden auswirken und ihn ganz langsam - wie von einem Seil gezogen - von seiner ursprünglichen Flugbahn ablenken. Diese Möglichkeit wird derzeit in den USA untersucht.

Muss es schneller gehen, gibt es eine Variante, die mehr Ähnlichkeit mit „Armageddon“ hat und an der momentan Russen forschen: Eine nukleare Explosion unmittelbar auf oder neben einem Asteroiden. „Diese Möglichkeit wird aber sehr kontrovers gesehen“, sagt Projektleiter Harris. Zur dritten Art des Abwehrens forscht Saks mit etwa zehn weiteren Astrium-Kollegen in Friedrichshafen, Bremen, Stevenag (England) sowie Les Mureaux und Toulouse (beide Frankreich). Ihre Idee ist es, eine Raumsonde auf dem Asteroiden einschlagen zu lassen und ihn dadurch von seiner Bahn abzubringen. „Sehr realistisch“, urteilt Harris.

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