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03.12.2011

08:05 Uhr

Genom-Analyse

Auf dem Weg in den Klinik-Alltag

VonSiegfried Hofmann

Das Konzept der „personalisierten Medizin“ ist für zahlreiche Pharmafirmen eines der wichtigsten Instrumente, um die Produktivität in der Medikamentenentwicklung zu verbessern.

Ein Mann verlässt die Zentrale von Novartis in Basel. AFP

Ein Mann verlässt die Zentrale von Novartis in Basel.

FrankfurtDem Vorbild von Roche folgend haben Konzerne wie Novartis, Glaxo-Smithkline oder Astra-Zeneca begonnen, eine eigene Diagnostikforschung für die Suche nach Biomarkern aufzubauen. Daneben bringen sich auch außerhalb der Pharmabranche neue Akteure in Stellung, vor allem unabhängige Diagnostik- und Labortechnikfirmen. So hat sich die Hildener Qiagen-Gruppe in den vergangenen Jahren als einer der führenden Anbieter von Diagnostika für personalisierte Medizin etabliert. Ausgehend von ihrer Erfahrung in der Aufbereitung von Nukleinsäuren setzt sie im wesentlichen auf die genbasierte Diagnostik. Firmenchef Peer Schatz sieht die Branche vor einer Revolution, ähnlich wie die Informationstechnik vor 40 Jahren. Mehr als 20 Tests für die Kombination mit Medikamenten hat der Konzern inzwischen im Angebot, zahlreiche weitere in der Entwicklung. Zudem verstärkt Qiagen sein Programm durch eine Serie von kleinen Akquisitionen und Kooperationen mit Pharmafirmen.

Zusätzliche Perspektiven für die personalisierte Medizin könnten in den nächsten Jahren auch eine Reihe von Labortechnikfirmen wie Illumina oder Applied Bioscience eröffnen – vor allem durch verbesserte Technologien, die das Entziffern von genetischen Daten beschleunigen und verbilligen.

Kostete die Analyse eines kompletten Genoms Anfang des vergangenen Jahrzehnts noch Hunderte von Millionen Dollar, ist das inzwischen für weniger als 20 000 Dollar möglich. Schätzungen des US-Forschungszentrums National Institutes of Health zufolge dürften die Kosten in den nächsten Jahren noch einmal deutlich auf weniger als 1 000 Dollar sinken. Damit rückt die Analyse kompletter Genome in die Reichweite des medizinischen Alltags. In einigen Jahren könnte es in Kliniken zur Routine werden, die DNA von Krebspatienten sowie die Genome der Krebszellen umfassend zu sequenzieren.

Nicht zuletzt vor diesem Hintergrund hat sich Qiagen bei der Berliner Firma Alacris engagiert. Sie arbeitet an einem System, das aus sehr großen Mengen an Gendaten klinisch relevante Marker herauslesen kann.


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