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26.04.2013

13:58 Uhr

Geowissenschaften

Erdkern ist heißer als vermutet

Dass es im Erdinneren es extrem heiß ist, weiß die Forschung schon lange - nicht aber, wie hoch die Hitze genau ist. In einem Experiment haben Forscher die Temperaturen des Erdkerns jetzt genauer bestimmen können.

Vulkane wie hier der Stromboli zeugen von den höllischen Temperaturen im Erdinneren. Wie heiß der Erdkern tatsächlich ist, konnten Forscher jedoch erst jetzt ermitteln. dpa

Vulkane wie hier der Stromboli zeugen von den höllischen Temperaturen im Erdinneren. Wie heiß der Erdkern tatsächlich ist, konnten Forscher jedoch erst jetzt ermitteln.

WashingtonIm Inneren der Erde ist es rund 1000 Grad heißer als gedacht. Die Temperaturen erreichen nahe dem Erdmittelpunkt etwa 6000 Grad Celsius, wie Physiker aus Frankreich berichten. Die Forscher der Europäischen Synchrotronstrahlungsquelle ESRF in Grenoble und der Atomforschungsorganisation CEA in Arpajon präsentieren ihre Arbeit im Fachjournal „Science“.

Der Erdkern besteht vor allem aus einer dicken Schicht Eisen, das flüssig wie Wasser ist und dabei eine Temperatur von über 4000 Grad hat. Im Inneren des Kerns sind die Temperatur und der Druck noch höher, sodass Eisen fest wird. Die Dicke der Schichten und die Druckverhältnisse konnten bereits früher durch die Analysen seismischer Wellen bestimmt werden, die durch Erdbeben ausgelöst wurden. Die Temperatur lässt sich so jedoch nicht erkennen.

In ihrem Experiment leiteten die Forscher um Simone Anzellini von der CEA einen intensiven Röntgenstrahl auf Eisen. Damit ließ sich in weniger als einer Sekunde bestimmen, bei welchem Druck es flüssig, fest oder gerade im Übergangsstadium ist.

Aus dem neuen Experiment gehe hervor, dass Eisen beispielsweise bei einem Druck von 2,2 Millionen Atmosphären und einer Temperatur von 4800 Grad schmelze, schreiben die Forscher. Mit Hilfe solcher Messwerte berechneten die Forscher die Temperatur bei einem Druck von 3,3 Millionen Atmosphären, der gerade am Übergang vom festen inneren zum flüssigen äußeren Erdkern herrscht. Sie beträgt demnach etwa 6000 Grad, bei einer Analyse-Ungenauigkeit von plus/minus 500 Grad.

Die nun ermittelte höhere Temperatur passt besser zu geophysikalischen Modellen des Erdmagnetfelds: Hier spielt die Temperaturdifferenz zwischen äußerem Erdkern und Erdmantel eine entscheidende Rolle.

Von

dpa

Kommentare (2)

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Maerchenonkel

26.04.2013, 15:18 Uhr

Beitrag von der Redaktion gelöscht. Bitte bleiben Sie sachlich.

0815

04.05.2013, 18:27 Uhr

Thema Tiger retten: Sollen doch die Reichen weniger auf die Jagd gehen!!!!

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