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17.02.2006

19:55 Uhr

Gesundheit

Computertomographie schont Herzpatienten

Untersuchungen der Herzkranzgefäße sind künftig in vielen Fällen für Patienten schonender als bisher möglich.

Computertomograph dpa

Das Archivbild zeigt die Fertigung von Computertomographen im Siemenswerk Forchheim.

dpa HAMBURG. Untersuchungen der Herzkranzgefäße sind künftig in vielen Fällen für Patienten schonender als bisher möglich. Kardiologen und Herzchirurgen könnten eine Computertomographie an Stelle einer Katheteruntersuchung einsetzen, sagte der Braunschweiger Chefarzt Wolfgang Harringer am Freitag im Vorfeld einer Fachtagung in Hamburg.

der Planung von Bypässen mit der neuen Technik habe sich nach einer Studie eine Übereinstimmung von bis zu 85 Prozent mit dem tatsächlichen Operationsergebnis gezeigt.

Auch bei der Operationsvorbereitung mit einer Katheteruntersuchung, bei der ein dünner Schlauch bis in die Herzkranzgefäße vorgeschoben wird, sei keine hundertprozentig zuverlässige Vorhersage über die nötige Lage der Bypässe zu treffen, sagte der Tagungspräsident der Deutschen Gesellschaft für Thorax-, Herz-, und Gefäßchirurgie (Dgthg), Axel Haverich. Die Mitglieder der Dgthg treffen sich von Sonntag an in der Hansestadt zu ihrer 35. Jahrestagung. Die neueste Generation von Computertomographie-Scannern zeige eine „exzellente Auflösung bei der Darstellung der Herzkranzgefäße“, sagte Privatdozent Harringer. „Es wird sich eine komplett neue Sparte der Diagnostik ergeben.“

Nach Angaben des Dgthg-Präsidenten Arno Krian bewegt sich die Zahl der Herzoperationen in Deutschland stabil bei knapp 100 000 im Jahr. Dabei steige die Zahl von Herzklappenoperationen, weil immer ältere Patienten operiert werden können. Inzwischen seien sechs Prozent der Patienten in der Herzchirurgie 80 Jahre oder älter.

Der Bedarf an Spenderherzen beträgt in Deutschland jedes Jahr etwa 600, sagte Haverich. 2005 konnten aber nur 381 Herzen transplantiert werden. Damit liege Deutschland im europäischen Vergleich jedoch nicht einmal schlecht. Als Grund für fehlende Spenderorgane führte der Professor an, dass ein großer Teil der Organspender heute internistische Patienten zum Beispiel nach Gehirnblutungen seien. Diese überwiegend älteren Menschen hätten oftmals auch an anderen Organen Schädigungen. Vor 20 Jahren seien noch etwa 70 Prozent der Organspender Unfallopfer mit Schädel-Hirn-Verletzungen gewesen, heute liege dieser Anteil nur noch bei 30 Prozent.

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