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17.01.2007

11:50 Uhr

Gesundheit

Experten: Lepra noch lange nicht besiegt

Die Lepra ist nach Ansicht der Deutschen Lepra- und Tuberkulosehilfe (Dahw) noch lange nicht besiegt. Der sei der Kampf gegen die Bakterieninfektion sei aber in den vergangenen Jahren durchaus erfolgreich gewesen.

dpa WüRZBURG. Die Lepra ist nach Ansicht der Deutschen Lepra- und Tuberkulosehilfe (Dahw) noch lange nicht besiegt. Der sei der Kampf gegen die Bakterieninfektion sei aber in den vergangenen Jahren durchaus erfolgreich gewesen.

Das sagte Dahw-Präsident Alois Pöschmann in einem dpa-Gespräch zum 50-jährigen Bestehen der Organisation. Es sei aber Schönfärberei, von einer weltweiten Ausrottung der Krankheit zu sprechen. Dieses Ziel hatten die Vereinten Nationen ausgerufen. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) registrierte für 2005 einen Rückgang der Leprafälle um rund ein Viertel auf knapp 300 000 Infektionen weltweit.

Die Dahw hat nach eigenen Angaben seit ihrer Gründung mehr als 2,1 Mill. Leprakranken eine Behandlung ermöglicht. Zudem erreichten ihre Programme seit der Ausweitung der Hilfsarbeit im Jahr 1990 rund 3,9 Mill. Tuberkulosekranke. Beide Leiden treffen meist arme Menschen in den Entwicklungsländern. Die Dahw (früher Deutsches Aussätzigen-Hilfswerk) setzt sich derzeit mit rund 300 Projekten in 34 Ländern und einem Etat von mehr als 13 Mill. Euro für Gesundheit und Entwicklungschancen der Ärmsten ein.

Lepra-Kranke seien oft auf sich gestellt, sagte Pöschmann. „Wir können bei der Krankheit nur heilen, wenn wir sie rechtzeitig entdecken und zu den Betroffenen auch vordringen können.“ Vor allem in Krisengebieten wie dem Sudan sei die Hilfeleistung schwierig. „Die Zusammenarbeit mit den Behörden ist hier ganz schlecht. Das ist Sturheit und Dummheit.“ Viele Länder fühlten sich im Kampf gegen Lepra übergangen, unterstützen die Hilfskräfte an Ort und Stelle nur unzureichend oder ließen lebenswichtige Medikamente nicht ins Land. „Auch in Uganda muss man fast einen Offenbarungseid leisten, um helfen zu dürfen“, sagte der Dahw-Präsident.

Außer Lepra und Tuberkulose widmet sich die Dahw zunehmend auch der Bekämpfung der Immunschwäche Aids. „Aids ist unsere künftige große Aufgabe“, sagte Pöschmann. Vor allem in Osteuropa und Afrika müsse noch viel Prävention geleistet werden. „Um Aids in den Griff zu bekommen, muss die Lebenssituation in Afrika, aber auch in Asien geändert werden.“ Pöschmann befürchtet, dass das Bewusstsein für die Krankheit dort erst in ein bis zwei Generationen groß genug sein wird, um effektiv dagegen angehen zu können.

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