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26.03.2006

11:00 Uhr

Gesundheit

Lungenfachärzte fordern mehr Einsatz bei Raucherentwöhnung

Im Kampf gegen das Rauchen fordern Lungenfachärzte von der Politik und den Krankenkassen mehr Einsatz.

Überquellender Aschenbecher dpa

Nach Ansicht von Lungenfachärzten wird zu wenig für die Raucherentwöhnung getan.

dpa NüRNBERG. Im Kampf gegen das Rauchen fordern Lungenfachärzte von der Politik und den Krankenkassen mehr Einsatz. Besonders bei der Raucherentwöhnung werde in Deutschland noch viel zu wenig getan, sagte Professor Heinrich Worth von der Deutschen Gesellschaft für Pneumologie und Beatmungsmedizin (DGP) in einem dpa- Gespräch.

Die meisten Lungenkrankheiten seien auf Nikotinsucht zurückzuführen. Von den Lungenkrebspatienten rauchten rund 90 Prozent.

Der Präsident der diesjährigen DGP-Jahrestagung in Nürnberg (29. März bis 1. April) betonte, dass eine Entwöhnung in den meisten Fällen die effektivste Behandlung ist. „Eine chronische Bronchitis kann zum Beispiel nur schwer geheilt werden, wenn der Patient weiter raucht“, sagte er. Ärzte, Krankenkassen und Politik müssten sich deshalb verstärkt für Entwöhnungsprogramme einsetzen.

Unterstützung bekommen die Lungenfachärzte dabei vom Deutschen Krebsforschungszentrum (Dkfz) in Heidelberg. „Die Therapieangebote reichen nicht aus“, bestätigte die Leiterin der Abteilung Krebsprävention, Martina Pötschke-Langer. Tabakabhängigkeit sei eine Krankheit und müsse als solche behandelt werden. Die Erfolgsquote einer guten Therapie mit intensiver Beratung und Nikotinersatzstoffen liege zwischen 30 und 40 Prozent. Von den Krankenkassen fordert das Krebsforschungszentrum, sich stärker an der Finanzierung von Entwöhnungsprogrammen zu beteiligen.

Lungenfacharzt Worth beklagte, dass Raucher bei der Entwöhnung meist nur eine Chance bekämen. „In anderen Ländern, zum Beispiel in Schweden oder Großbritannien, ist es normal, dass Patienten mehrfach zu einer Therapie gehen.“ Vor allem die Ärzte müssten Patienten ermutigen, weiter an der Entwöhnung zu arbeiten und gegebenenfalls eine zweite Therapie in Anspruch zu nehmen.

In Deutschland rauchen nach Angaben des Deutschen Krebsforschungszentrums 31 Prozent der Frauen und 37 Prozent der Männer ab 18 Jahren. Im Durchschnitt erkranke und sterbe jeder zweite Raucher an den Folgen seiner Sucht, sagte Martina Pötschke-Langer.

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