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26.01.2006

14:20 Uhr

Gesundheit

Mediziner setzen verstärkt auf Antikörper gegen Krebs

Nach ersten Erfolgen wollen Frankfurter Mediziner verstärkt Antikörper zur Krebsbekämpfung einsetzen.

Ganzkörper-Thermo-Chemotherapie dpa

Klassische, aber auch belastende Behandlung: Chemotherapie in der Leipziger Universitätskinderklinik.

dpa FRANKFURT/MAIN. Nach ersten Erfolgen wollen Frankfurter Mediziner verstärkt Antikörper zur Krebsbekämpfung einsetzen. Die zusätzliche Behandlung mit Antikörpern von europaweit 1 500 Patienten habe gezeigt, dass Tumore etwa am Kehlkopf damit auch im fortgeschrittenen Stadium noch sehr erfolgreich behandelt werden können.

„In gut der Hälfte der Fälle konnte das Wachstum der Krebszellen gestoppt werden“, erläuterte der Hals-Nasen- Ohrenheilkundler, Prof. Rainald Knecht, am Donnerstag. Nun sei eine europaweite Studie mit zunächst 250 Patienten in Planung, bei der Antikörper als Ersttherapie zum Einsatz kommen sollen - also noch vor den klassischen Methoden Chemotherapie und Bestrahlung.

Bei einem internationalen Kongress an diesem Freitag und Samstag (27./28.1.) in Frankfurt wollen Kliniker über die neuen Erkenntnisse bei der Behandlung von Tumorerkrankungen im Kopf-Hals-Bereich diskutieren. Bei der Antikörper-Therapie wird das Wuchern der Krebszellen unterbunden, indem so genannte Wachstumsfaktor-Rezeptoren (Egfr) ausgeschaltet werden.

Die Fachtagung soll auch dazu beitragen, der nach Ansicht der Mediziner von der Industrie vernachlässigten Forschung zu Kopf-Hals- Krebs Auftrieb zu geben. Tagungsleiter Knecht warnte in diesem Zusammenhang vor einer „Zwei-Klassen-Medizin in der Onkologie“. Nach seinen Angaben gibt es in Deutschland jährlich 15 000 neue Krebserkrankungen an Kehlkopf, Stimmbändern und Rachen. Zu dem Kongress werden 110 Teilnehmer und Referenten aus Deutschland, den USA sowie zahlreichen europäischen Ländern erwartet. Das Expertentreffen war zum ersten Mal vor zwei Jahren ausgerichtet worden und soll künftig alle zwei Jahre stattfinden.

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