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23.01.2008

12:45 Uhr

Gesundheit

Schüler mit Gleichgewichtsstörungen haben schlechtere Noten

Grundschüler mit Gleichgewichtsstörungen haben einer Studie zufolge schlechtere Noten. Bei Kindern mit schweren Störungen des Gleichgewichts seien die Zensuren in den Fächern Deutsch, Mathematik und Sport um 0,6 bis 0,7 Notenstufen schlechter.

Schüler dpa

Deutsche Grundschüler: Einer Studie zufolge haben Kinder mit Gleichgewichtsstörungen schlechtere Noten.

dpa AALEN/AßLAR. Grundschüler mit Gleichgewichtsstörungen haben einer Studie zufolge schlechtere Noten. Bei Kindern mit schweren Störungen des Gleichgewichts seien die Zensuren in den Fächern Deutsch, Mathematik und Sport um 0,6 bis 0,7 Notenstufen schlechter.

Das erklärte der Aalener Mediziner Eckhard Hoffmann in einem Gespräch mit der Deutschen Presse-Agentur dpa. „Damit habe ich überhaupt nicht gerechnet“, sagte der an der Hochschule Aalen lehrende Hörakustik- Professor. Zwei Drittel aller Grundschüler leiden seiner Untersuchung zufolge zumindest unter leichten Störungen des Gleichgewichts.

Hoffmann hatte 1 756 Grundschulkinder an sieben hessischen Schulen untersucht. Je schlechter diese bei einem Gleichgewichtstest abschnitten, desto schlechter waren ihre durchschnittlichen Noten. „Das ist fast so, als könnte man zu einem Kind sagen: Sage mir, wie lange du auf einem Bein stehen kannst, und ich sage dir, welche Mathenote du hast“, erklärte der Mediziner. Die Ergebnisse ließen sich sicherlich auf das gesamte Bundesgebiet übertragen.

Selbst bei Kindern mit leichten Störungen ist die Schulleistung laut Hoffmann um bis zu 0,3 Notenstufen schlechter. „Das hört sich vielleicht nicht viel an, aber in der vierten Klasse entscheiden 0,1 bis 0,2 Punkte darüber, ob das Kind eine Real- oder eine Gymnasialempfehlung bekommt.“

Nach Ansicht des Mediziners ist ein Training des Gleichgewichtssinns eine gute Maßnahme zur Verbesserung des Lernerfolgs. „Wir haben hier einen Ansatzpunkt, der bisher extrem vernachlässigt wurde.“ Bereits in den Kindergärten müsse die Stärkung des Gleichgewichtssinns gefördert werden.

Gespräch: Birgitta von Gyldenfeldt, dpa

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