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04.07.2013

14:14 Uhr

Gezüchtetes Organ

Mini-Menschenleber wächst im Kopf in Mäusen

Aus einem Zellmix haben japanische Forscher menschliches Lebergewebe gezüchtet und in Mäuse eingesetzt. Dort wuchs es ganz gut an. Bis zu Ersatzorganen für Menschen ist es aber noch ein weiter Weg.

Zwei mikroskopische Aufnahmen zeigen Leberknospen. Die Knospen besteht aus unreifen Bindegewebszellen, menschlichen Gefäßzellen und Vorläuferzellen von Leberzellen. Japanische Forscher haben in Mäusen eine Art menschliche Leber heranwachsen lassen. dpa

Zwei mikroskopische Aufnahmen zeigen Leberknospen. Die Knospen besteht aus unreifen Bindegewebszellen, menschlichen Gefäßzellen und Vorläuferzellen von Leberzellen. Japanische Forscher haben in Mäusen eine Art menschliche Leber heranwachsen lassen.

Yokohama/LondonJapanische Forscher haben in Mäusen eine Art menschliche Leber heranwachsen lassen. Sie züchteten im Labor zunächst Leber-Vorläufergewebe und transplantierten das dann in den Kopf der Versuchstiere. Wie sie im Fachmagazin „Nature“ berichten, entwickelte sich diese sogenannte Leberknospe dort in eine Art kleine Leber weiter, die der von Menschen ähnelte – zumindest vom Aussehen und auch von der Funktion her. Die Forscher von der Yokohama City University (Yokohama, Japan) hatten einen Cocktail aus drei verschiedenen Zelltypen verwendet.

Die Leberkopie wurde den Mäusen zunächst durch ein kleines Loch in der Schädeldecke eingesetzt. Im Kopf sei es besonders einfach, Wachstum und Funktion des Gewebes zu überwachen, etwa mit speziellen Mikroskopen, erläuterte einer der Hauptautoren, Takanori Takebe. Die Mäuse hatten einen Defekt des Immunsystems – damit es nicht zu einer Abstoßung des Transplantats kommt. Die Zellen und das Gewebe fanden laut der Studie Anschluss an das Gefäßsystem.

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Grundlage waren induzierte pluripotente Stammzellen (iPS-Zellen). Solche Zellen werden etwa aus menschlichen Hautzellen gewonnen und dann zu einer Art Stammzellen verjüngt. Die Forscher um Takebe und Hideki Taniguchi ließen die iPS-Zellen zu Vorläufern von Leberzellen heranwachsen. Dazu gaben sie dann menschliche Gefäßzellen aus Nabelschnurgewebe sowie unreife Bindegewebszellen. Aus diesem Gemisch entwickelten sich in der Petrischale nach einigen Tagen dreidimensionale Strukturen. Diese Selbstorganisation der Zellen sei für die Wissenschaftler selbst unerwartet gewesen, hieß es auf einer Telefonkonferenz.

„Der Meilenstein, den diese Forschergruppe für sich in Anspruch nehmen kann, ist: Die Forscher haben im Labor drei Zelltypen zusammengeführt und damit eine Leberknospe gezüchtet, wie sie bei der Embryonalentwicklung entsteht“, sagte der Leber- und Stammzellforscher Tobias Cantz von der Medizinischen Hochschule Hannover der Nachrichtenagentur dpa. „Es bleibt aber die Frage, wie weit dieser Ansatz vorangetrieben werden kann, um beispielsweise Leberschäden bei Menschen ausgleichen zu können.“

Kommentare (4)

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Perverser_Irrweg

04.07.2013, 15:12 Uhr

Und eine neue Ausgeburt des Wahnsinns aus den Frankensteinlabors einer fehlgeleiteten Medizin, die noch mehr Leid und Elend über Millionen und Abermillionen brutal missbrauchter Tiere bringen wird, bis man dann feststellt, dass Mensch und Tier so gründlich verschieden sind, dass man sie nicht vergleichen kann. Der perverse Versuch, in Tieren Organe für die Menschen heranzuzüchten, ist uralt und führt immer wieder zu Fehlschlägen, ebenso wie die direkte Transplantation tierischer Organe, und doch lassen karrieregetriebene Pseudoforscher die Finger nicht davon. Erfolgversprechend ist lediglich die Heranzüchtung in Petrischalen. Das ist dann zwar seriöser, aber weniger spektakulär. Sinnvoller als eine weitere Finanzierung solcher perversen Irrwege wäre die Förderung einer der Gesundheit dienlichen Präventionsmedizin, die Krankheiten und die Zerstörung von Organen verhindert, die meist auf eine falsche Lebensweise und Ernährung zurückzuführen sind.

Account gelöscht!

05.07.2013, 12:53 Uhr

Auch auf die Gefahr hin, daß mein Kommentar zu persönlich ist: Sie haben keine Ahnung und beziehen hier "Wissen" wahrscheinlich asu irgendwelchen Gruselromanen. Ich wünsche ihnen, daß sie niemals an einer Krankheit leiden müssen, die durch die Erkentnisse aus dieser Forschung geheilt werden kann.

Perverser_Irrweg

05.07.2013, 15:16 Uhr

Die Erkenntnisse aus solcher Forschung heilen nicht, sie perpetuieren und verstärken Krankheit, was sehr lukrativ für die Pharmafirmen und die Apparatemedizin ist, und pervertieren die Medizin zum Folterkabnett, das den Blick auf Einzelphänomene reduziert und die stets systemischen Ursachen für Krankheiten ausblendet. Ein tolles Geschäft für die Horrorfirmen, die davon profitieren, auch dank der Subvention mit Steuermitteln, ein nicht enden wollendes Elend für Tier und Mensch.

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