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02.02.2007

14:30 Uhr

Globale Erwärmung

Ölindustrie will Klimabericht widerlegen

Deutlicher als je zuvor hat der Klimabericht der Vereinten Nationen den Menschen für die globale Erwärmung verantwortlich gemacht. Die Tatsachen seien nicht mehr zu leugnen, gestehen jetzt auch immer mehr Regierungen. Doch überzeugt sind längst nicht alle. Vor allem die Ölindustrie wehrt sich. Sie will Forscher belohnen, die die Uno-Studie widerlegen.

Die Ölindustrie wehrt sich gegen den Weltklimabericht der Uno. Sie fordert eine Gegenstudie. Foto: dpa dpa

Die Ölindustrie wehrt sich gegen den Weltklimabericht der Uno. Sie fordert eine Gegenstudie. Foto: dpa

HB LONDON. Ein US-Institut mit engen Verbindungen zur amerikanischen Ölindustrie hat Wissenschaftlern Geld für kritische Studien gegen den neuen Weltklimabericht angeboten. Das American Enterprise Institute (AEI) stellte Forschern eine Belohnung von jeweils 10 000 Dollar (knapp 7700 Euro) für Artikel in Aussicht, mit denen sie den Klimabericht widerlegen.

Außerdem würden Reisekosten und sonstige Spesen übernommen, berichtete die britische Tageszeitung „The Guardian“ am Freitag. Dem Blatt lagen dazu Briefe vor, die an Wissenschaftler verschickt wurden.

Das AEI gilt als eine der wichtigsten neokonservativen Denkschmieden in den USA. Dem „Guardian“ zufolge wurde es vom Ölkonzern ExxonMobil mit mehr als 1,6 Millionen US-Dollar gefördert. Mehr als 20 AEI-Experten sollen als Berater für die US-Regierung von Präsident George W. Bush tätig gewesen sein.

In zahlreichen anderen Ländern der Welt kündigten die Regierung dagegen Besserung an. Frankreichs Präsident Chrirac forderte eine "Revolution". Das Bewusstsein der Menschen, die Wirtschaft und das politische Handeln müssten verändert werden, sagte Chirac in Paris. Der Tag rücke näher, an dem die Aufheizung der Atmosphäre nicht mehr zu kontrollieren sei: „Wir befinden uns an der Schwelle des Irreversiblen.“ Der französische Präsident schlug eine „universelle Erklärung der Umweltrechte und -pflichten“ vor.

Angesichts des dramatischen Klimawandels wollen Deutschland und Frankreich die Gründung einer Umweltorganisation der Vereinten Nationen (UNEO) durchsetzen. Umweltminister Sigmar Gabriel nannte eine Reform der internationalen Umweltpolitik „angesichts der Dimension der Aufgabe längst überfällig“. Eine Stärkung des Uno-Umweltprogramms (UNEP, Nairobi) reiche nicht, sagte der Vorsitzende des EU-Umweltrates. Dagegen könne eine aufgewertete Uno-Umweltorganisation „die globale Umweltpolitik innerhalb der Vereinten Nationen entschlossen vorantreiben“.

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