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16.05.2013

18:58 Uhr

Grenze überschritten

Experten warnen vor Klon-Experimenten

Die erste erfolgreiche Gewinnung von Stammzellen schlägt hohe Wellen. Das Experiment sollte geächtet werden, heißt es. Zwar sei der Erfolg zu erwarten gewesen. Doch das Ergebnis selbst sei zweifelhaft.

In dem Experiment wurden erstmals embryonale Stammzellen hergestellt. dpa

In dem Experiment wurden erstmals embryonale Stammzellen hergestellt.

BerlinDie erstmals erfolgreiche Gewinnung von Stammzellen aus einem geklonten Embryo stößt bei Wissenschaftlern und Politikern in Deutschland auf Besorgnis. Die strengen Gesetze, die solche Experimente in Deutschland verbieten, dürften nicht aufgeweicht werden, betonten sie am Donnerstag. Der Bonner Stammzellforscher Oliver Brüstle und andere äußerten gar die Hoffnung, dass die Versuche Anlass zu einer weltweiten Ächtung des reproduktiven Klonens sein werden.

Dagegen plädierte die aus Unternehmen und Forschergruppen zusammengesetzte Deutsche Gesellschaft für Regenerative Medizin (GRM) dafür, die Gesetze nicht als unveränderlich anzusehen. Sollten sich die Befunde nicht als Eintagsfliege entpuppen, müsse man in Deutschland über die rechtlichen Rahmenbedingungen für die Forschung nachdenken, sagte die GRM-Vorsitzende Ulrike Schwemmer.

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Wissenschaftler der Oregon Health and Science University in Portland hatten erstmals menschliche embryonale Stammzellen hergestellt. Die US-Forscher hatten Kerne von Hautzellen in Spender-Eizellen verpflanzt und daraus genetisch gleiche Embryonen erzeugt. Sie hoffen, dass die Methode in Zukunft frisches Körpergewebe liefern könnte, um Krankheiten wie Parkinson, Multiple Sklerose oder des Rückenmarks zu behandeln. Der Leiter der Forschungsgruppe, Shoukhrat Mitalipov, distanzierte sich von einer Verwendung in der reproduktiven Medizin, also dem Klonen von Menschen. Dies sei nicht der Fokus seiner Arbeit.

Politiker und Wissenschaftler in Deutschland warnten davor, die Ergebnisse überzubewerten. Aus seiner Sicht handele es sich um einen weiteren grundlagenwissenschaftlichen Befund, sagte Neurobiologe Brüstle. Das Ergebnis komme nicht ganz unerwartet. Unmittelbare praktische Relevanz für die Arbeit der Wissenschaftler hätten die Befunde nicht.

Kommentare (7)

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Michael

16.05.2013, 19:13 Uhr

Ja, sehr schlimm. Könnt ja auch jemand auf die Idee kommen, damit vielleicht medizinische Wunder zu wirken.

Johsch

16.05.2013, 21:18 Uhr

Ob man damit wirklich medizinische Wunder bewirken kann, sei mal dahingestellt. Das vermag ich nicht zu beurteilen. Ich bin aber skeptisch, wenn solche Ansätze immer gleich mit der Ethik-Keule verworfen werden.

Wir haben weisgott genug medizinische Probleme. Knapp 12.000 Menschen auf den Warteliste für Spenderorganen. Allein rund 10.000 warten auf eine Niere und viele versterben an der Dialyse, die im Übrigen die Gesundheitssysteme mit hohen Kosten belastet. Neue Ansätze würde ich da nicht voreilig verwerfen.

Lemmy

16.05.2013, 23:06 Uhr

Glückwunsch für diesen riesigen Fortschritt in der Medizin Forschung. Deutschland wird daran jedoch nicht partizipieren, da sogenannte Experten ja schon heute das Land durch ihre mehr oder weniger qualifizierte Meinung regieren. Schade für die Kranken in Deutschland die dringend ein Spenderorgan benötigen.

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