Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

14.01.2005

21:25 Uhr

Großer Erfolg für europäische Raumfahrt

Huygens schickt Bilder von Titan-Oberfläche

„Der Morgen war schon gut, aber der Nachmittag war noch besser. Wir waren erfolgreich“, erklärt ESA-Direktor Jean-Jacques Dordain gegen 17.20 Uhr am Freitag im ESA-Kontrollzentrum in Darmstadt. Die europäische Raumsonde Huygens hat insgesamt fast vier Stunden lang Daten gesendet und war selbst nach der Landung auf der Oberfläche des Saturn-Mondes Titan noch über eine Stunden aktiv – wesentlich länger als die Wissenschaftler erwartet hatten.

Das erste Huygens-Bild von der Oberfläche des Saturn-Mondes Titan. Foto: ESA

Das erste Huygens-Bild von der Oberfläche des Saturn-Mondes Titan. Foto: ESA

rje/leo/ha DARMSTADT. Die europäische Raumsonde „Huygens“ durchdrang die undurchsichtige Atmosphäre des Saturn-Trabanten und sammelte wissenschaftliche Daten. Bereits um 21 Uhr konnte die ESA erste spektakuläre Bilder von der Oberfläche des größten Saturn-Mondes zeigen. „Wir sind damit die ersten Besucher auf dem Titan“, sagte der Generaldirektor der Europäischen Raumfahrtagentur, Jean-Jacques Dordain, am Freitag in Darmstadt. Die Informationen liefen in der Kontrollstation ESOC in Darmstadt auf.

Bildergalerie: Aufnahmen vom Saturn-Mond Titan sowie vom Saturn

Weblog: Der Titan: einer von uns

Der Empfang der rund 500 Megabyte Rohdaten auf der Erde bedeutet zunächst, dass sich die harte Arbeit der Techniker und Wissenschaftler gelohnt hat, erklärt ESA-Wissenschaftler David Southwood. Das sei aber erst der Anfang für die Wissenschaftler-Teams, die die Daten auswerten.

„Wir sind Zeugen eines einmaligen Projektes in der Raumfahrt“, sagte Bundesforschungsministerin Edelgard Bulmahn, die zurzeit dem ESA-Rat vorsitzt. Die Mission zeige, wie gut Europa kooperieren und auch mit amerikanischen Partnern zusammenarbeiten könne. Die Ergebnisse werde die Wissenschaft noch etliche Jahre beschäftigen. „Sie sind ein wichtiger Schritt für die Enträtselung unseres Sonnensystems.“ Da der Titan dem Zustand der Erde in ihrer Anfangszeit vor knapp vier Milliarden Jahren ähnele, sei die Mission auch eine Zeitreise in die Vergangenheit des blauen Planeten, sagte Bulmahn.

Ausdrücklich hoben sowohl Dordain als auch Bulmahn die Zusammenarbeit der 19 beteiligten Länder – und insbesondere auch mit der Nasa - hervor. Dordain: „Die Nasa hat Huygens mit Cassini in eine perfekte Bahn gebracht.“ Die europäische Sonde Huygens wurde zu Weihnachten von dem rund 6,70 Meter hohem und vier Meter breitem amerikanische Mutterschiff Cassini abgekoppelt und so auf seine Reise zum Titan gebracht. Das Sondenpaar brachte beim Start zusammen 5,6 Tonnen auf die Waage.

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×