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05.08.2013

11:08 Uhr

Grüne Gentechnik

Genreis trotzt extremer Trockenheit

Reis ist Grundnahrungsmittel für mehr als die Hälfte der Weltbevölkerung. Entsprechend groß sind die Bemühungen, immer robustere Sorten zu züchten. Jetzt haben Forscher eine Sorte entwickelt, die selbst Dürren übersteht.

Reisanbau in Myanmar. Mehr als die Hälfte der Weltbevölkerung ist auf Reis als Grundnahrungsmittel angewiesen. dpa

Reisanbau in Myanmar. Mehr als die Hälfte der Weltbevölkerung ist auf Reis als Grundnahrungsmittel angewiesen.

Japanische Forscher haben einen gegen Dürre resistenten Genreis entwickelt, der auch bei großer Trockenheit einen guten Ernteertrag abwirft. Ein Team um Yusaku Uga vom Nationalen Institut für agrarbiologische Wissenschaft in Tsukuba entdeckte ein entscheidendes Gen einer Reissorte, die im trockenen Hochland der Philippinen angebaut wird.

Es gelang den Forschern, das Gen zu isolieren und in das Erbgut einer in weiten Teilen Asiens angebauten Reispflanze einzubauen. Über ihren Forschungserfolg berichten die Wissenschaftler aktuell im Fachmagazin „Nature Genetics“.

Grüne Gentechnik: Forscher entwickeln Reis mit hohem Eisengehalt

Grüne Gentechnik

ArtikelForscher entwickeln Reis mit hohem Eisengehalt

Hoffnungsschimmer für die rund zwei Milliarden Menschen, die vor allem in Afrika und Asien an Eisenmangel leiden: Wissenschafter an der ETH Zürich haben gentechnisch veränderten Reis mit einem auf das Sechsfache gesteigerten Eisengehalt entwickelt.

In der Regel hat Reis, der auf unter Wasser stehenden Feldern angebaut wird, flache und in seitliche Richtung wachsende Wurzeln. Die philippinische Reissorte „Kinandang Patong“ hat dagegen lange Wurzeln, die senkrecht nach unten in den Boden wachsen und auch in großer Tiefe Wasser erreichen können.

Anbau ohne Bewässerung

Verantwortlich für diese Besonderheit ist ein Gen, das die japanischen Forscher Deep Rooting (Tiefe Verwurzelung) oder kurz DR01 nannten. Das Gen bauten sie in eine herkömmliche Reispflanze mit der Bezeichnung IR64 ein.

Die so gewonnene neue Reissaat und die herkömmliche IR64-Saat wurden unter drei verschiedenen Bedingungen in Hochlandfeldern angepflanzt: ohne Dürre, mit einer moderaten Dürre und mit einer schweren Dürre. Beim herkömmlichen IR64-Reis betrug der Ernteertrag bei der moderaten Dürre nur 42 Prozent im Vergleich zum Ernteertrag ohne Dürre. Eine schwere Dürre zerstörte die komplette Ernte.

Beim Genreis hatte eine moderate Dürre dagegen kaum Auswirkungen auf den Ernteertrag. Und auch bei einer schweren Dürre sank der Ertrag um nur 30 Prozent.

Die neue Sorte könne im Hochland ohne Bewässerung angebaut werden, so Forschungsleiter Uga. Nun will er den Genreis auch in asiatischen Tiefland-Gebieten mit vielen Niederschlägen sowie in Südamerika versuchsweise anbauen.

Mehr als die Hälfte der Weltbevölkerung von derzeit gut 7 Milliarden Menschen ist auf Reis als Grundnahrungsmittel angewiesen. Viele Wissenschaftler sehen in der grünen Gentechnik das wichtigste Hilfsmittel, um widerstandsfähigere Reissorten zu entwickeln und so die Ernährung der weiter wachsenden Erdbevölkerung zu gewährleisten. Kritiker der Gentechnik argumentieren allerdings, dieses Ziel könne auch ohne diese umstrittene Technologie erreicht werden.

Von

afp

Kommentare (11)

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HofmannM

05.08.2013, 11:26 Uhr

Wenn die Grünen ihren Vegi-Day einführen wollen, dann werden diese Grünen nicht drum herum kommen auch auf Genpflanzen zu setzen. Ein 80 Millionen Volk muss an diesem Vegi-Day entsprechend viel Pflanzenfutter konsumieren....

Account gelöscht!

05.08.2013, 11:28 Uhr

Das ist ein schönes Beispiel, welchen Nutzen eine von den Grünen verteufelte Technologie bringen kann. Gerade in Dürreregionen/Dürreperioden kann dieser Genreis als Mittel gegen den Hunger eingesetzt werden. Wahrscheinlich spart das auch Wasser, das man dann für andere Zwecke in solchen Regionen verwenden kann.
Klar, jeder Fortschritt hat auch Nachteile. Aber man sollte eben Ideologie-frei prüfen, ob die Vorteile oder die Nachteile überwiegen.

Account gelöscht!

05.08.2013, 11:49 Uhr

Gentechnik hat aber doch meist völlig andere Ziele. So wird Saatgut erzeugt, das nur einmal keimt. Welches nur gegen Chemie aus dem eigenen Haus resistent ist usw.

50% der Nachrungsmittel werden weggeschmissen bzw. verderben.
Gentechnik ist einfach nur gefährlich, sowohl für die Umwelt (z.B. Bienen) als auch für den Menschen!

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