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17.04.2014

11:45 Uhr

Guinea

Forscher identifizieren neuen Ebola-Stamm

Der aktuelle Ebola-Ausbruch in Westafrika geht offenbar auf einen bislang unbekannten Erregerstamm zurück. Er existiert vermutlich schon seit längerem in den Urwäldern von Guinea.

Ein Helfer erklärt, wie man sich vor einer Ansteckung mit dem Ebola-Virus schützt. Forscher haben jetzt einen neuen Erregerstamm nachweisen können. AFP

Ein Helfer erklärt, wie man sich vor einer Ansteckung mit dem Ebola-Virus schützt. Forscher haben jetzt einen neuen Erregerstamm nachweisen können.

New YorkFür den jüngsten Ebola-Ausbruch im westafrikanischen Staat Guinea ist ein neuer Erregerstamm verantwortlich. Damit gebe es Beweise, dass die meist tödlich verlaufende Krankheit sich nicht von anderen afrikanischen Ländern aus verbreitet habe, erklärten Wissenschaftler des Bernhard-Nocht-Instituts für Tropenmedizin (BNITM) in Hamburg.

Der Ursprung des Virus sei zwar weiter unklar, aber es sei wichtig, dass er nicht aus anderen Ländern nach Guinea eingeschleppt worden sei, erklärte Stephan Gunther vom BNITM. Er leitet eine internationale Forschergruppe, die das Virus untersucht hat. Ihre Ergebnisse veröffentlichten die Forscher am Mittwoch online im „New England Journal of Medicine“.

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Grundlagenforschung am Ebola-Erreger ist vergleichsweise preiswert, die Entwicklung von Medikamenten und Impfstoffen kostet dagegen viel Geld. Große Pharmakonzerne scheuen die Ausgaben für die notwendigen Studien.

Die Forscher vermuten, dass der neue Erreger-Stamm bereits seit längerem in den Urwäldern von Guinea existiert. Durch den Ebola-Ausbruch, der vermutlich schon im Dezember begann, starben nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation in Westafrika mehr als 120 Menschen – die meisten davon in dem westafrikanischen Land.

Das Ebola-Virus verursacht unter anderem schweres Erbrechen, Durchfall, Fieber und starke Blutungen. Mediziner unterscheiden verschiedene Spezies des Erregers, als bislang gefährlichste gilt das Zaire-Ebolavirus mit einer Sterberate von bis zu 90 Prozent. Mediziner können nur versuchen, die Symptome der Krankheit zu lindern – ein Heilmittel gibt es nicht.

Von

ap

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