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11.07.2017

11:19 Uhr

Haustiere klonen

Ein Hunde-Klon für 100.000 Dollar

Für Hundeliebhaber ist der Tod ihres Begleiters meist ein Schock. Wer es will, kann bei einer Firma in Südkorea eine lebende Kopie bestellen. Hinter dem Projekt steht ein Klon-Experte mit zweifelhafter Vergangenheit.

Ein geklonter Welpe wird in der Sooam Biotech Research Foundation von einer „Leihmutter“ gesäugt. Die Einrichtung in Südkorea klont auf Bestellung Hunde. dpa

Hunde-Klonen in Südkorea

Ein geklonter Welpe wird in der Sooam Biotech Research Foundation von einer „Leihmutter“ gesäugt. Die Einrichtung in Südkorea klont auf Bestellung Hunde.

SeoulEinen Jurassic Park für geklonte Dinosaurier wie in dem Hollywood-Film von Steven Spielberg wird es nicht geben. Es sei unrealistisch, Zellen einer der vor etwa 65 Millionen Jahren ausgestorbenen Riesenechsen zu finden, die das Erbmaterial DNA enthalten, sagt der Biologe Wang Jae Woon. Ein Mammut zu klonen, hält Wang dagegen durchaus für möglich.

Wang ist unter anderem Pressesprecher bei der südkoreanischen Organisation Sooam Biotech Research Foundation in Seoul, die sich mit dem Klonen von Hunden und anderer Tiere beschäftigt. Seit 2012 arbeiten die Südkoreaner mit einer Universität in Sibirien an einem aufsehenerregenden Mammut-Projekt.

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Die Hoffnung ist, in Gewebeproben von Mammut-Überresten aus dem sibirischen Dauerfrost einen einigermaßen intakten DNA-Bausatz zu finden, der das Klonen dieser ausgestorbenen eiszeitlichen Elefantenart ermöglichen könnte. „Der Stand des Projekts ist geheim“, sagt Wang.

Während das Mammut-Projekt die Fantasien von der Wiederauferstehung urzeitlicher Tiere beflügelt, ist das Klonen von Hunden schon fast zur fabrikmäßigen Routine von Sooam und dessen kommerziellem Schwesterunternehmen H Bion geworden. Seit der Gründung 2006 wurden laut Sooam etwa 900 Hunde geklont. Der Preis ist allerdings happig: Für einen geklonten Hund muss der Kunde 100.000 Dollar (fast 90.000 Euro) hinlegen.

Hinter den Glastüren der mit weißen Fliesen ausgelegten Käfige bei Sooam im Stadtteil Guro tummeln sich Beagles, Pudel und andere Welpen, die auf die Reise zu ihren Besitzern warten. Ein Käufer aus Nahost hat gleich fünf Persische Windhunde bestellt, Kostenpunkt: eine halbe Million Dollar.

Die meist wohlhabenden Kunden kommen aus der ganzen Welt, über die Hälfte jedoch aus den USA, erläutert Wang. Es sind zahlreiche Prominente darunter, doch die meisten wollen anonym bleiben. Sie kommen mit dem Wunsch, dass ihr gestorbenes Haustier wieder lebendig wird.

„Wir schaffen einen identischen Zwilling, einige sagen: die Toten werden zurückgebracht“, sagt Wang. „Doch ist es der gleiche Hund? Ja und nein, das ist sehr subjektiv.“

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