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07.09.2017

12:11 Uhr

Herbstliche Mückenplage

Herbstwetter treibt Stechmücken ins Haus

Am Abend das Fenster aufmachen, das ist derzeit keine gute Idee. Oft hocken dann Wolken von Stechmücken an den Wänden. Anders als noch vor wenigen Wochen haben viele aber kein Interesse mehr an Blut.

Anders als noch vor Wochen sind die Tiere nicht mehr auf eine Blutmahlzeit aus. dpa

Mückenschwarm

Anders als noch vor Wochen sind die Tiere nicht mehr auf eine Blutmahlzeit aus.

BerlinFünf Minuten Fenster auf – schon sind hunderte Mücken im Raum. Immens viele der Plagegeister fliegen derzeit durch offene Fenster und Türen ins Haus. Denn auch Stechmücken spüren, dass es Herbst wird.

„Die suchen aber keine Blutmahlzeit mehr“, erklärt die Biologin Doreen Walther vom Leibniz-Zentrum für Agrarlandschaftsforschung (ZALF) im brandenburgischen Müncheberg. Für begattete Hausmückenweibchen gehe es nun vielmehr um die Suche nach Orten zum Überwintern.

Mücken

Lebensdauer

Die durchschnittliche Lebenserwartung einer Stechmücke beträgt drei bis vier Wochen. Trockenheit und intensive Sonneneinstrahlung können die Lebensdauer verkürzen.

Stechen

Nur weibliche Mücken stechen. Sie benötigen die Proteine im Blut für die Eierproduktion.

Ernährung

Männliche Mücken ernähren sich von süßen Pflanzensäften wie etwa Blütennektar.

Fortpflanzung

Je nach Mückenart legen die Weibchen zwischen 30 und 300 Eier pro Eiablage. Innerhalb von durchschnittlich zehn bis zwölf Tagen wird aus einem Ei eine erwachsene Stechmücke.

Lebensraum

Mücken verbringen ihr Leben in einem Gebiet von wenigen hundert Metern um ein Gewässer herum.

Im August und Anfang September sei bei Hausmücken traditionell die maximale Population erreicht, so Walther. Und nach diesem regenreichen Sommer gibt es besonders viele Exemplare.

„Es ist die Hölle“, sagt die Mückenexpertin – aus eigener Erfahrung: Noch nie habe sie im eigenen Haus so viele Mücken gehabt. Nicht nur die Berliner und Brandenburger stöhnten: „Letztendlich tobt derzeit überall die Mücke.“

Hausmückenweibchen wissen aber angesichts der Witterung, dass sich die Eiablage nicht mehr lohnt. Stattdessen ziehen sie sich in Gebäude zurück, um in eine Art Winterruhe zu verfallen. Erst bei wärmeren Temperaturen im Frühjahr werden sie wieder aktiv und stellen den Grundstein der nächsten Generation.

Männchen hingegen erleben den Winter nicht, sie sterben vorher. Sie stechen ohnehin nicht – nur die Weibchen benötigen Blut zur Eireifung. Die meisten Mücken-Arten überwintern im Ei-Stadium, zum Beispiel in Schlamm.

Auch wenn sich die Mückensaison nun dem Ende zuneigt: Doreen Walther ruft weiter dazu auf, tote – aber nicht zerquetschte – Mücken für den Mückenatlas einzusenden. Für das Projekt sammelt Walther seit 2012 Daten zur Verbreitung von Stechmücken in Deutschland.

Von

dpa

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