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27.01.2005

08:34 Uhr

Hilfe für Dialysepatienten

Urintest warnt vor Schäden an Gefäßen

Nierenerkrankungen werden häufig zu spät erkannt. „Über Jahre hinweg bereiten sie keine Beschwerden. Machen sich erste Anzeichen bemerkbar, ist häufig schon eine Behandlung mit Dialyse notwendig“, sagte Manfred Weber, der Vorsitzende der Deutschen Gesellschaft für Innere Medizin (DGIM) gestern in Berlin.

hsn DÜSSELDORF. Durch einen einfachen Urintest, der bereits heute in der Apotheke erhältlich ist, könnten Gefäßerkrankung so frühzeitig erkannt werden, dass Folgeerkrankungen durch eine entsprechende Behandlung verhindert werden könnten.

Bei etwa 15 Prozent der 60 000 Dialysepatienten in Deutschland hätte ein Versagen der Nieren abgewendet werden können, bei weiteren 30 bis 40 Prozent hätte die Blutwäsche noch Jahre hinaus gezögert werden können, sagt der Arzt. Der Test weist das Eiweiß Albumin im Urin bereits in geringen Mengen nach. Diese Eiweiße werden nur in den Urin gespült, wenn die Nierengefäße durchlässiger werden. Ein positives Testergebnis sei daher ein eindeutiger Hinweis auf Nierenprobleme.

Der Nachweis deute aber auch auf Herz-Kreislauf-Probleme hin – etwa ein erhöhtes Risiko für Herzinfarkt oder Schlaganfall. „Gefäßschäden der Niere spiegeln die Schäden in allen Organen wider“, sagte Weber. Der Internist misst diesem Risikoindikator sogar mehr Bedeutung zu, als einem erhöhten Cholesterinwert. Daher forderte der Mediziner, dass jeder ab dem 50. Lebensjahr einmal jährlich einen solchen Test durchführen sollte. Ein Teststreifen kostet etwa zwei Euro. Bei einem positiven Testergebnis sollte der Patient einen Arzt aufsuchen. Dieser kann durch weitere Untersuchungen klären, inwieweit das Herz oder die Blutgefäße anderer Organe in Mitleidenschaft gezogen sind und entsprechend gegensteuern.

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