Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

09.12.2015

11:43 Uhr

Hirnforschung

Lesen oder Hören – das Hirn muss sich entscheiden

Wer intensiv auf Bildschirm oder Handy guckt, scheint manchmal regelrecht taub für seine Umwelt. Britische Forscher haben nun einen Grund ausgemacht: Schuld ist offenbar die begrenzte Kapazität unseres Denkorgans.

Wer intensiv auf Bildschirm oder Handy guckt, scheint manchmal regelrecht taub für seine Umwelt. dpa

Wer liest, hört oft nicht

Wer intensiv auf Bildschirm oder Handy guckt, scheint manchmal regelrecht taub für seine Umwelt.

LondonSchon mal beim Lesen im Bus die Haltestellen-Ansage überhört? Warum das nicht ungewöhnlich ist, erklären britische Wissenschaftler in einer aktuellen Studie. Schuld ist demnach die begrenzte Kapazität des Gehirns.

Beim Hören und Sehen werden vermutlich die gleichen neuronalen Ressourcen genutzt, berichtet das Team im „Journal of Neuroscience“. Benötigt ein Sinn viele Ressourcen, wird die Verarbeitung des anderen vorübergehend unterdrückt.

Neuro Gaming: Lastwagen werfen mit der Kraft der Gedanken

Neuro Gaming

Lastwagen werfen mit der Kraft der Gedanken

Es geht auch ohne Controller oder Maus: Computer lassen sich mit Gehirnströmen steuern – ob für Computerspiele oder Gesundheitschecks. Forscher machen die einst unbezahlbare Technik massentauglich.

Die Wissenschaftler um Katharine Molloy vom University College London hatten Versuchspersonen gebeten, an einem Bildschirm Aufgaben zu lösen. Sie mussten bestimmte Buchstaben aus einer Gruppe von anderen Buchstaben heraussuchen. Zum Teil waren die Experimente ziemlich leicht, zum Teil erforderten sie viel Konzentration. Zwischendurch spielten die Forscher den Probanden Töne vor.

Während des Versuchs wurde die Hirnaktivität der Testpersonen per Magnetenzephalographie gescannt. „Die Hirnscans zeigten, dass die Leute Geräusche nicht einfach ignorierten oder herausfilterten, sie hörten sie von vornherein nicht“, beschreibt Maria Chait, eine der beteiligten Forscherinnen, das Ergebnis.

Bei starker visueller Konzentration wurden die Geräusche schon früh in der neuronalen Verarbeitungskette unterdrückt. Dies zeigte sich durch eine verminderte Aktivität in dem zuständigen Gehirnbereich.

Auch eine zeitlich etwas später auftretende Hirnaktivität, die eine bewusste Wahrnehmung von Sinnesreizen anzeigt, war bei starker Konzentration vermindert. Das Geräusch kam also sozusagen nie im Bewusstsein der Probanden an.

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×