Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

17.04.2015

15:10 Uhr

Hirnforschung

So bleibt das Gehirn auch im Alter fit

Wenn manche Gehirnfunktionen mit zunehmendem Alter nachlassen, ist das ein ganz natürlicher Prozess, der sogar gute Seiten haben kann. Mit Alzheimer muss das überhaupt nichts zu tun haben.

Das Gehirn ist im Alter weniger leistungsfähig. Ein natürlicher Prozess, der nichts mit Demenzerkrankungen zu tun haben muss. dpa

Auch das Gehirn altert

Das Gehirn ist im Alter weniger leistungsfähig. Ein natürlicher Prozess, der nichts mit Demenzerkrankungen zu tun haben muss.

WashingtonDas Gehirn altert – so wie der Rest des Körpers auch. Aber es gibt Mittel und Wege, sich trotzdem auch im hohen Alter einen scharfen Verstand zu bewahren, wie aus einer jüngst veröffentlichten Studie hervorgeht. Das renommierte amerikanische Institute of Medicine (IOM) hat dazu untersucht, was Wissenschaftler über das sogenannte kognitive Altern – also die Veränderungen in der mentalen Funktionsweise im Altersprozess – herausgefunden haben.

Es geht dabei nicht um Krankheiten wie Alzheimer, sondern um den natürlichen Prozess, der keineswegs so schlecht sein muss. Weisheit kann vielmehr mit dem Alter wachsen und jahrelange Erfahrung ist oft unbezahlbar, wie Dan Blazer betont. Er ist IOM-Vorsitzender und emeritierter Professor für Psychiatrie. „Das Gehirn altert in uns allen. Aber es gibt eine große Bandbreite, auf welche Art es altert“, sagt er.

Bei klarem Verstand zu bleiben ist eines der größten Anliegen der Senioren – und das aus gutem Grund. Die IOM-Studie warnt, dass auch ein geringfügiges Nachlassen der mentalen Stärke schwere Folgen für den Alltag haben kann. So werden ältere Menschen häufiger Opfer von finanziellem Betrug, sie haben Probleme beim Autofahren und andere Schwierigkeiten in einer zunehmend technisierten Welt.

Auch wenn viele Menschen laut der Studie nichts oder nur wenig von den kognitiven Veränderungen bei sich bemerken, so verarbeiten viele, wenn sie älter werden, Informationen langsamer, haben Probleme mit dem sogenannten Multitasking. Das Arbeitsgedächtnis – der Kurzzeitspeicher unseres Gehirns – lässt mit dem Alter oft nach. Aber das Langzeitgedächtnis bleibt intakt – auch wenn es zum Beispiel länger dauert, sich an den Namen eines Menschen zu erinnern.

Diese Art von Veränderung kann so lange nicht offensichtlich sein, bis jemand etwa mit einer komplexen finanziellen Entscheidung konfrontiert wird oder gezwungen ist, eine schnelle Transaktion zu erledigen, wie Blazer sagt. Ältere Erwachsene verlieren umgerechnet drei Milliarden Dollar pro Jahr als direkte oder indirekte Folge von Finanzbetrug.

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×