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12.01.2017

11:47 Uhr

Hirnforschung

Warum Alkohol hungrig macht

VonJan Dönges
Quelle:Spektrum.de

Nach ein paar Bierchen wird der Lockruf der Dönerbude fast unwiderstehlich. Dabei enthalten Alkoholika selbst schon viele Kalorien und müssten eher ein Sättigungsgefühl hervorrufen. Forscher haben jetzt eine Erklärung.

Alkohol aktiviert im Gehirn Zellen des Hungersystems. dpa

Alkohol macht hungrig

Alkohol aktiviert im Gehirn Zellen des Hungersystems.

HeidelbergAlkohol aktiviert im Gehirn bestimmte Zellen, die Teil des Hungersystems sind. Das könnte erklären, warum sich der Mensch nach einem feuchtfröhlichen Abend gerne mal einen deftigen Snack gönnt, meinen Forscher um Sarah Cains vom Francis Crick Institute in London.

Die Wissenschaftler haben dazu eine Untersuchung an Mäusen gemacht. Auch die Tiere schlagen sich unter bestimmten Bedingungen den Magen voll, wenn man ihnen Alkohol zu trinken gibt.

Dabei enthalten Bier, Wein und Schnaps eigentlich selbst schon vergleichsweise viele Kalorien und müssten eher ein Sättigungsgefühl hervorrufen. Dass das Gegenteil der Fall ist, könnte an der direkten Wirkung des Ethanols auf die so genannten AgRP-Neuronen liegen. Sie befinden sich bei Mensch und Maus in der gleichen Hirnregion, dem Hypothalamus, und wirken dort an der Steuerung des Hungergefühls mit. Schalteten die Forscher bei den Tieren diese Zellen stumm, blieben die alkoholbedingten Fressattacken aus.

Dass Alkohol hungrig macht, hat aber womöglich noch andere Ursachen. Unter anderem verändert er den Blutzuckerspiegel und entzieht dem Körper Wasser, beides steigert den Appetit. Zudem hat, wer nüchtern von einer Party nach Hause kommt, womöglich genauso viel Hunger, aber gleichzeitig ausreichend Selbstbeherrschung, um nicht noch eine Pizza in den Ofen zu schieben.

Doch der appetitanregende Effekt zeigte sich selbst in Versuchen, bei denen Freiwilligen der Alkohol direkt ins Blut injiziert wurde, bei denen also die typischen Begleitumstände des Trinkens fehlten. Mit Hilfe von Hirnscans stellten Wissenschaftler dabei fest, dass der Hypothalamus im Gehirn der Versuchspersonen stärker auf Essensgerüche reagierte. Wie erwartet genehmigten sich viele Studienteilnehmer anschließend eine größere Portion Spaghetti als die Probanden, denen man nur eine Salzlösung gespritzt hatte.

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