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23.07.2012

11:56 Uhr

HIV in den USA

Geld schützt nicht vor Aids

Nach langer Zeit sind die USA wieder Gastgeber einer Aids-Konferenz. Das Land ist der weltgrößte Geldgeber im Kampf gegen HIV - und selbst stark betroffen. Mancherorts sind die Infektionszahlen vergleichbar mit Afrika.

Demonstrantion vor dem Weißen Haus in Washington. Das Land ist der weltgrößte Geldgeber im Kampf gegen HIV und leidet selbst stark unter der Epidemie. dpa

Demonstrantion vor dem Weißen Haus in Washington. Das Land ist der weltgrößte Geldgeber im Kampf gegen HIV und leidet selbst stark unter der Epidemie.

WashingtonOb in Apotheken, Büchereien, Fahrschulen oder Suppenküchen - kostenlose HIV-Tests werden in Washington nahezu überall angeboten. Die US-Hauptstadt ist derzeit Gastgeber der Welt-Aids-Konferenz - und kämpft selbst gegen die Epidemie. „Die Infektionszahlen hier sind höher als in manchen afrikanischen Ländern“, sagt Gregory Pappas von der Gesundheitsbehörde des Bundesdistrikts.

Rund 600.000 Menschen leben in Washington DC, fast drei Prozent davon sind HIV-positiv. Unter schwarzen Männern sind es sogar mehr als sechs Prozent. Zum Vergleich: In Afrika südlich der Sahara sind dem HIV/Aids-Programm der Vereinten Nationen (UNAIDS) zufolge etwa fünf Prozent der Erwachsenen mit dem Virus infiziert.

Washington sei ein Mikrokosmos für die Epidemie - im Guten wie im Schlechten, sagt Pappas. „Wie im Rest Amerikas ist HIV hier in erster Linie ein urbanes Problem, ein Problem der Homosexuellen und ein Problem der Schwarzen.“ Drei Viertel der HIV-infizierten Männer in Washington DC sind schwarz, bei den Frauen sind es sogar neun von zehn. Viele leben in Armut oder nehmen Drogen.

„Es gibt immer noch eine große Diskriminierung. Viele haben Angst, sich testen zu lassen“, so Pappas. „Und wenn sie HIV-positiv getestet wurden, haben viele Angst, dass ihre Familie und Freunde sehen, wie sie die Medikamente nehmen.“

Eine große Öffentlichkeitskampagne habe die Wende eingeleitet, gab sich Washingtons Bürgermeister Vincent Gray in seiner Rede am Eröffnungsabend der Aids-Konferenz optimistisch. „Wir haben einige der besten HIV-Präventions- und Behandlungsprogramme des Landes hier in der Hauptstadt. Im vergangenen Jahr haben wir beispielsweise mehr als fünf Millionen Kondome für Frauen und Männer in der Stadt verteilt - sogar in den Kirchen.“ Außerdem seien rund 340.000 gebrauchte Drogenspritzen gegen saubere getauscht worden.

Mit Erfolg: Seit 2009 ist in Washington kein Baby mehr mit HIV geboren wurden. 2010 starben rund 200 Menschen an den Folgen von Aids - 2007 waren es noch mehr als doppelt so viele. Drei Viertel der Infizierten bekommen innerhalb von drei Monaten nach Entdeckung des Virus Medikamente. „Auch die Zahl der Neuinfektionen geht ganz langsam zurück. Wir beginnen zu sehen, dass wir das Blatt wenden können“, sagt Pappas von der Gesundheitsbehörde.

Kommentare (2)

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observer

23.07.2012, 12:28 Uhr

Gewagt, aber wer mag widerlegen.

Wir wissen ja, dass wir generell von objektiv informiert werden. Zum Glücj werden wir NIE belagen.

In Fort Detrick, Maryland, gibt es ein Forschungslabor, das schon lange Seuchen und andere Formen biologischer Kriegsführung untersucht - um uns vor ihnen zu schützen, natürlich. Nichtsdestotrotz hat man in Fort Detrick den HIV-Virus hergestellt, so lautet eine Vermutung, der dann unglücklicherweise entkam und Menschen in Washington und New York infizierte, bevor er zur internationalen AIDS-Epidemie wurde.

Kritiker dieser Theorie, der zufolge Fort Detrick der Ursprung der AIDS-Seuche sei, weisen darauf hin, dass AIDS in Afrika aufgetaucht war, bevor man es in Washington oder New York fand, aber Dr. Peter Duisberg hat die Sache kompliziert, indem er mit einiger Plausibilität argumentierte, dass afrikanisches AIDS eine andere Seuche als das amerikanische AIDS sei und keine von ihnen HIV verursache: Die afrikanische Variante, sagt er, kommt von der Unterernährung und die amerikanische Linie vom zu häufigen Gebrauch stimulierender Drogen (Crack, Crank, Poppers).


Diese Drogen steigern die Empfindungsfähigkeit beim Sex und können einen verlängerten, wellenartigen Orgasmus hervorrufen, machen aber leicht abhängig, und man hat sie statistisch mit Paranoia und Herzattacken in Verbindung gebracht, bevor Dr. Duisberg ihnen die Schuld an AIDS gab.

Es wird mit jedem Tag dringender, mit diesem Streit um AIDS aufzuhören und eine echte Diagnose und Therapie zu finden, die von allen anerkannt wird: Es gibt inzwischen 30000000 AIDS-Opfer weltweit. Dreißig Millionen."

Account gelöscht!

23.07.2012, 22:58 Uhr

Sie müssen ihre Pillen jeden Tag nehmen, damit Sie ihr Leiden unter Kontrolle halten können. Da Sie es heute offenbar versäumt haben, müssen Sie sich schnell mit ihren behandelnden Arzt in Verbindung setzten.

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