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24.01.2009

13:10 Uhr

„Höher und weiter fliegen und messen“

Neues DLR-Forschungsflugzeug landet in Deutschland

Das Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) besitzt ein neues Höhenforschungsflugzeug mit dem Namen HALO. Das Flugzeug soll die Atmosphäre in einer bisher nicht gekannten Qualität erforschen – und damit unter anderem der Klimaforschung helfen.

Das neue Mitglied der Forschungsflotte des DLR vor der Wartungshalle der in Savannah (USA). Die Gulfstream G550 wurde bei Gulfstream in den USA und bei RUAG Aerospace Services in Oberpfaffenhofen vom Geschäftsreise- zum Forschungsflugzeug umgebaut. Foto: PR Pressebild

Das neue Mitglied der Forschungsflotte des DLR vor der Wartungshalle der in Savannah (USA). Die Gulfstream G550 wurde bei Gulfstream in den USA und bei RUAG Aerospace Services in Oberpfaffenhofen vom Geschäftsreise- zum Forschungsflugzeug umgebaut. Foto: PR

HB OBERPFAFFENHOFEN. HALO (High Altitude and Long Range Research Aircraft) ist mit eintägiger Verspätung an seinem Standort in Oberpfaffenhofen bei München angekommen. Der umgebaute Business-Jet landete nach einem rund neunstündigen Überführungsflug vom Werk des US-Herstellers Gulfstream in Savannah (US-Bundesstaat Georgia) am Samstag um 10.09 Uhr am Sonderflughafen beim Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR). HALO wird im Auftrag deutscher und internationaler Einrichtungen von Sommer an zu Forschungsflügen rund um den Globus abheben.

Mit HALO sollen unter anderem Umweltschadstoffe und das Klima erforscht werden. Das rund 70 Mio. Euro teure Flugzeug wird den Wissenschaftlern auch einen Blick auf die Entwicklung der Vegetation und der Eisverteilung an den Polen ermöglichen. Der Umbau des Geschäfts-Reiseflugzeugs vom Typ Gulfstream G 550 hatte insgesamt fast drei Jahre gedauert.

„Mit HALO können Wissenschaftler die Atmosphäre in einer bisher nicht gekannten Qualität erforschen“, sagte der DLR- Vorstandsvorsitzende Johann-Dietrich Wörner laut Mitteilung. Der zweistrahlige Jet kann auf eine Höhe von mehr als 15 Kilometern aufsteigen und hat eine Reichweite von 8 000 Kilometern. Mit einer Nutzlast von bis zu drei Tonnen finden in dem Jet doppelt so viele wissenschaftliche Instrumente Platz wie in dem Vorgänger-Modell Falcon. Mit seiner großen Reichweite ermögliche es Forschungsmissionen in bisher nicht direkt erreichbare Regionen über den Ozeanen oder an den Polen, hieß es. Außerdem biete das Flugzeug die Möglichkeit zum Einsatz von mehr und besseren Instrumenten.

„Wir haben uns HALO gewünscht, um höher und weiter als bisher fliegen und messen zu können“, erklärte der Leiter des DLR-Instituts für Physik der Atmosphäre, Ulrich Schumann, einer der Ideengeber für HALO. „Mit dem neuen Atmosphären-Forschungsflugzeug können wir wichtige Lücken im Verständnis der Atmosphäre, insbesondere über die Bildung von Wolken und den Abbau von Treibhausgasen, schließen. Damit schaffen wir die Grundlage für einen wirksameren Klimaschutz und bessere Wettervorhersagen.“

Schon jetzt gibt es für HALO mehr als 50 Missionsvorschläge von unterschiedlichsten wissenschaftlichen Einrichtungen aus aller Welt. Bei den ersten Flügen soll es etwa um die Oxidation von Schadstoffen in der Troposphäre in einer Höhe von zehn bis 15 Kilometern gehen. Dies soll unter anderem Auswirkungen der Emissionen auf den Ozonhaushalt zeigen. Zudem soll der Einfluss des Luftverkehrs auf die Bildung von Eiswolken untersucht werden. HALO wurde aus Bundesmitteln sowie mit Unterstützung Bayerns und mehrerer Forschungseinrichtungen, darunter die Max-Planck-Gesellschaft, finanziert.

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