Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

11.10.2016

13:00 Uhr

Hurrikan Matthew

Überleben im Auge des Monstersturms

VonDaniel Lingenhöhl
Quelle:Spektrum.de

Hurrikan Matthew war für die Karibik und Florida eine Katastrophe, hunderte Menschen starben. Die Tierwelt kam besser mit dem Monstersturm besser zurecht – Vögel etwa hatten ihre eigene Überlebensstrategie.

Eines der zerstörerischsten Wetterphänomene der letzten Jahrzehnte. Reuters

Infrarot-Satellitenbild von Hurrikan Matthew

Eines der zerstörerischsten Wetterphänomene der letzten Jahrzehnte.

HeidelbergÜber 1000 Tote und Schäden in Höhe von mehreren Milliarden Euro hinterließ Hurrikan „Matthew“ auf seinem Weg durch die Karibik und entlang der Küsten der USA. Der Sturm, der zeitweilig auf eine maximale Stärke von 5 auf der Saffir-Simpson-Skala angeschwollen war, gilt als eine der tödlichsten und teuersten Wetterkatastrophen in der Region der letzten Jahrzehnte.

Ein erstaunliches Detail hat jetzt der Meteorologe Jeff Last auf Radaraufnahmen des Monsters entdeckt: Im ruhigen Auge des Hurrikans hatten sich so viele Vögel versammelt, dass ihre Schwärme von den Satellitenaugen erfasst wurden. Die Tiere suchten dort Zuflucht vor den teilweise mehr als 200 Kilometer pro Stunde schnellen Winden und den noch stärkeren Böen, die für sie ebenfalls eine tödliche Gefahr bedeuten.

Dabei bewegten sich die Tiere teileweise über hunderte Kilometer hinweg mit dem Auge des Sturms voran, bis er sich abschwächte. Für die Vögel ist diese Reise prinzipiell ein eher kleines Problem: Da sich das gesamte Wetterereignis nur langsam mit 15 bis 20 Kilometern pro Stunde fortbewegt, können sie locker mit dem Auge in Zugrichtung des Sturms fliegen.

Um welche Vogelarten es sich dabei handelte, ist unklar, doch waren es überwiegend wohl Möwen und andere Seevögel – der Vogelzug findet gegenwärtig nach Süden statt. Arten, die nach Südamerika oder in die Karibik müssen, haben daher wohl eher Schutz in der Vegetation gesucht oder wichen Matthew nach Westen hin aus.

Die Tiere suchen das Auge des Sturms allerdings wohl eher nicht gezielt auf, sondern werden von den rotierenden Winden in diese Richtung gedrängt. Sind sie dort aber einmal angekommen, kämpfen sie nicht gegen den Sturm an, sondern bleiben in der ruhigen Region.

Für diese Vögel dürfte diese Passage letztlich ohne größere Schäden zu Ende gehen, wenn sich die Winde abschwächen und sie noch genügend Energiereserven haben, so der Ornithologe Kenn Kaufmann gegenüber der US-amerikanischen Audobon Society. Seevögel fänden rasch zurück in Küstengewässer, wenn sich der Hurrikan über kühlerem Wasser zum normalen Sturm abschwächt.

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×