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12.08.2014

20:11 Uhr

Im Kampf gegen Ebola

WHO will unerprobten Wirkstoff einsetzen

Nicht erprobt, aber laut WHO vielversprechend: Bald sollen experimentelle Arzneien und Impfstoffe gegen Ebola zum Einsatz kommen. Die Nebenwirkungen sind unklar, doch die WHO-Vizedirektorin hofft auf rasche Erfolge.

Guinea, Liberia und Sierra Leone sind besonders stark betroffen: Innerhalb von nur drei Tagen starben hier 52 Menschen. dpa

Guinea, Liberia und Sierra Leone sind besonders stark betroffen: Innerhalb von nur drei Tagen starben hier 52 Menschen.

GenfIm Kampf gegen die Ebola-Epidemie in Westafrika hat sich die Weltgesundheitsorganisation (WHO) für den Einsatz experimenteller Wirkstoffen ausgesprochen. Angesichts der „besonderen Umstände“ und unter strikten Bedingungen hielten die Experten die Behandlung mit unerprobten Mitteln für vertretbar, erklärte die WHO am Dienstag.

Die WHO-Vizedirektorin Marie-Paule Kieny zeigte sich optimistisch, dass weitere Medikamente und Impfstoffe rasch zum Einsatz kommen könnten. Bislang gibt es nur nicht erprobte Arzneien und Impfstoffe gegen den Erreger, die jedoch als vielversprechend gelten.

Auch wenn ihre Wirksamkeit noch nicht bewiesen ist und ihre Nebenwirkungen unbekannt sind, können sie nach Auffassung der WHO-Medizinethiker in den am schwersten betroffenen Ländern eingesetzt werden. Die Herstellerfirma Mapp Bio teilte mit, sie habe ihren gesamten Vorrat des Mittels ZMapp nach Westafrika geschickt.

Die WHO-Vizedirektorin Kieny sagte bei einer Pressekonferenz, ihrer Kenntnis nach seien drei Dosen nach Liberia geschickt worden. Neben ZMapp gebe es auch andere mögliche Therapien und Impfstoffe, die als „sehr ernsthafte Alternativen“ gälten, sagte Kieny. Ende August würden WHO-Experten über ihren möglichen Einsatz beraten.

Sie zeigte sich optimistisch, dass womöglich bereits im November zwei Impfstoffe zum allgemeinen Einsatz bereitstehen. Kieny kritisierte, der Mangel an Impfstoffen und Medikamenten gegen die Epidemie sei die Folge eines Marktversagens.

Viele Ebola-Medikamente seien bereits weit gediehen, doch scheuten die Pharmafirmen die abschließenden teuren klinischen Tests, da das Virus typischerweise „arme Leute in armen Ländern“ treffe, wo es keinen Markt gebe, sagte die WHO-Vizedirektorin. „Dies ist die Gelegenheit, ein historisches Unrecht wieder gut zu machen.“

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