Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

09.01.2007

09:01 Uhr

Innovationen 2007

IT-Branche hofft auf die Gesundheitskarte

VonHans Schürmann

2007 wird das Testjahr für eins der größten IT-Projekt in der Bundesrepublik: die Gesundheitskarte. Eigentlich sollte die neue Chipkarte bereits Anfang 2006 in ersten Regionen getestet werden. Doch zahlreiche Querelen haben den Start der ersten durchgehenden Datenverarbeitung im Gesundheitssystem so weit hinaus gezögert, dass erst Anfang Dezember der erste große Feldversuch in Flensburg beginnen konnte.

DÜSSELDORF. Wenige Wochen später ist auch in Sachsen der Startschuss für den zweiten Praxistest gefallen. Hier haben ebenfalls etwa 10 000 Versicherte aus dem Landkreis Löbau-Zittau die neue Karte erhalten. Im Laufe des Jahres sollen Pilotprojekte in fünf weiteren Regionen Deutschlands folgen.

Die Gesundheitskarte ist mit Foto und Chip zur Speicherung umfangreicher Patientendaten ausgestattet. Wenn alles gut läuft, soll sie 2008 die jetzigen Versichertenkarten bundesweit ablösen. „Endlich gewinnt eines der größten deutschen IT-Vorhaben an Fahrt. In der Vergangenheit ist viel Zeit vergeudet worden, weil es an einem straffen Projektmanagement bei der Gesundheitskarte fehlte“, sagt Jörg Menno Harms, Vizepräsident des Bitkom. Wichtig sei nun, dass alle Beteiligten am bestehenden Zeitplan festhalten.

„Eine der größten Herausforderung bei dem Projekt liegt darin, die verschiedenen Abläufe in Einklang zu bringen“, erläutert Harms. 80 Millionen Versicherte, 120 000 Arztpraxen und 2 200 Krankenhäuser, alle Zahnärzte, Apotheker und Krankenkassen müssen vernetzt werden. Das heißt: Tausende Kartenleser und Programme müssen installiert und die Rechner verknüpft werden.

Zunächst wird die neue auf dem Chip gespeicherte Versichertennummer in ausgewählten Arztpraxen und Krankenhäusern getestet, die die Bürger künftig ein Leben lang begleiten soll. Im Laufe des Jahres wird dann der Abgleich der Versichertendaten und die Speicherung elektronischer Rezepte für die Apotheken erprobt. Offen ist noch, ob das Rezept auf der Karte oder auf einem Server im Netz gespeichert wird.

Bis zur bundesweiten Einführung der Gesundheitskarte muss auch die Übermittlung von Arztbriefen und die Speicherung von Notfalldaten sowie der Ergebnisse der Früherkennungsuntersuchungen auf dem Chip funktionieren. In einem späteren Stadium sollen dann – wenn der Versicherte zustimmt – auch die verschriebenen Medikamente gespeichert und so Unverträglichkeiten vorgebeugt werden. „Erst mit diesen wirklich neuen Funktionen wird das neue System seinen vollen Nutzen entfalten“, so der Bitkom-Vizepräsident.

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×