Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

14.05.2014

01:52 Uhr

Internationale Raumstation

Russland stellt ISS-Nutzung in Frage

Ohne russische Hilfe kommen US-Forscher nicht zur Internationalen Raumstation (ISS). Eine Einigung über eine längere ISS-Nutzung hatten die USA im Januar bekanntgegeben - doch davon will Russland nun nichts mehr wissen.

Einigkeit unter Astronauten und Kosmonauten vorbei? Diese Crew aus deutschen, russischen und US-amerikanischen (v.l.n.r.) Raumfahrern soll am 28. Mai zur ISS aufbrechen. dpa

Einigkeit unter Astronauten und Kosmonauten vorbei? Diese Crew aus deutschen, russischen und US-amerikanischen (v.l.n.r.) Raumfahrern soll am 28. Mai zur ISS aufbrechen.

MoskauMitten in der Ukraine-Krise hat Russland die US-Pläne zur Nutzung der Internationalen Raumstation (ISS) bis 2024 zurückgewiesen. Moskau sehe nur einen Bedarf bis zum Jahr 2020, erklärte der russische Vizeregierungschef Dmitri Rogosin am Dienstag laut der Nachrichtenagentur Interfax. "Nach 2020 wollen wir unsere finanziellen Ressourcen für in die Zukunft gerichtete Weltraumprojekte nutzen", sagte Rogosin den Angaben zufolge.

Die US-Raumfahrtbehörde NASA hatte Anfang Januar mitgeteilt, mit den internationalen Partnern eine Verlängerung der Nutzung der ISS um vier Jahre bis 2024 abgesprochen zu haben. Außer den USA und Russland sind elf europäische Länder sowie Kanada, Japan und Brasilien an der Station beteiligt. Technisch gesehen wäre die ISS, die etwa 350 Kilometer oberhalb der Erde kreist, laut NASA sogar bis 2028 einsatzfähig.

"Unsere amerikanischen Kollegen haben ein gewisses Interesse ausgedrückt, die Arbeit der ISS bis 2024 zu verlängern", sagte Rogosin laut Interfax. Die russische Weltraumforschung sei aber für "neue strategische Vorschläge" bereit. Der Vizeregierungschef merkte dabei an, dass die russische Raumfahrt "unabhängig" von der Nasa funktionieren könne. Umgekehrt sei dies nicht der Fall.

Seit dem letzten Flug eines Space Shuttles im Sommer 2011 sind die USA für bemannte Flüge zur ISS auf die russischen "Sojus"-Kapseln angewiesen. Die neue US-Raumkapsel "Orion" wird erst in einiger Zeit vollständig einsatzbereit sein.

Infografik des Tages: Private Raumfahrt sichert ISS-Nachschub

Infografik des Tages

Private Raumfahrt sichert ISS-Nachschub

Die Versorgung der Internationalen Raumstation (ISS) wird zunehmend eine Angelegenheit für private Raumfahrtunternehmen. In diesem werden erstmals mehr private als staatliche Versorgungsschiffe zur ISS reisen.

Der Bau der ISS hatte im Jahr 1998 begonnen, seit Ende 2000 forschen Raumfahrer auf dem Außenposten der Menschheit im Weltall. Die Station wird von einer wechselnden internationalen Besatzung betreut. Auch Deutschland ist an dem Technologieprojekt beteiligt. Ende Mai soll der deutsche Astronaut Alexander Gerst zur ISS fliegen.

Ungeachtet der Ukraine-Krise haben der Westen und Russland bei der Raumstation bislang weiter zusammengearbeitet. Die USA und die Europäische Union werfen Moskau vor, mit der Annexion der ukrainischen Halbinsel Krim gegen das Völkerrecht verstoßen zu haben und auch separatistische Bestrebungen in der Ostukraine anzuheizen. Erste Sanktionen des Westens treffen ranghohe russische Regierungsvertreter, darunter Rogosin.

Von

afp

Kommentare (4)

Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.  Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.

Account gelöscht!

14.05.2014, 07:56 Uhr

tja schreien wie verrückt können nur beklopte EUSA Politicker und deren journalisten bevor was zu kalkulieren.
In zukunft werden die Russen lieber mit Chinesen enger zusammenarbeiten als mitt immer schreiende Europäer.
Und die Europäer müssen in zukunft nicht vergessen das sie selbst daran schuld sind!

Account gelöscht!

14.05.2014, 08:00 Uhr

So ist es recht!

Ich hoffe aber, daß Rußland klug genug ist, mit Sanktionen NUR die Kriegstreiber und Strippenzieher in Washington belegt, nicht jedoch die EU-Staaten, die von dort mittels Erpressung Bestechung (ihrer Apparatschiks) und Einschüchterung gesteuert werden.

Klug genug meine ich nicht im Sinne davon, daß Rußland erkennen sollte, wer der ALLEINIGE Kriegstreiber ist, sondern dahingehend, daß Rußland die Hauptabsicht der Amerikaner in diesem Konflikt durchschauen sollte, Europa zu spalten und damit beide, Rußland und EU-Europa zu schwächen.

Ich hoffe übrigens, daß dies auch die EU-Diplomatie erkannt hat und alle Spielräume nutzt, diese perfide Strategie unserer "Freunde" ihrerseits zu hintertreiben. Wer solche "Freunde" hat braucht jedenfalls nicht auch noch Rußland als Feind.

Account gelöscht!

14.05.2014, 08:10 Uhr

@Alex_12

Spätestens seit dem Herumeiern der Bananenrepublik-Regierung in der NSA-Affäre dürfte klar sein, daß unsere Marionetten-Regierung völlig von der Besatzungsmacht kontrolliert wird. Und mit Deutschland (und ihren sonstigen Marionetten in anderen Ländern) kontrollieren die Amis die EU. Die internationale Presse (und vor allem die deutsche) kontrollieren sie sowieso. Es ist daher weniger die Frage, ob (daß!!!) die EU-Staaten eine dumme Politik machen, sondern wieviel Handlungspielraum sie überhaupt haben, eine andere Politik zu machen.

Letztlich ist der Spielraum mittlerweile wohl wesentlich größer WEIL DER POLITISCH-interessierte Teil der europäischen BEVÖLKERUNG DAS DOLLAR-IMPERIUM weitgehend DURCHSCHAUT und gegen die "Westliche" KRIEGHETZE STURM LÄUFT. Ohne die Rückendeckung ausreichender Propaganda ist kein Krieg zu machen.

AMI GO HOME!

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×