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24.01.2005

13:45 Uhr

Forschung + Medizin

Internationale Unterstützung für neue Großforschungsprojekte

Zwei einzigartige Großforschungsprojekte in Deutschland bekommen internationale Unterstützung. Am 675 Mill. Euro teuren Teilchenbeschleuniger Fair der Gesellschaft für Schwerionenforschung (GSI) in Darmstadt wollen sich zehn Länder beteiligen.

dpa DARMSTADT/HAMBURG. Zwei einzigartige Großforschungsprojekte in Deutschland bekommen internationale Unterstützung. Am 675 Mill. Euro teuren Teilchenbeschleuniger Fair der Gesellschaft für Schwerionenforschung (GSI) in Darmstadt wollen sich zehn Länder beteiligen.

Den auf 908 Mill. Euro veranschlagten Röntgenlaser Xfel am Hamburger Forschungszentrum Desy unterstützen neun Staaten. Für beide Projekte wurde ein „Memorandum of Understanding“ von den beteiligten Ländern unterzeichnet, wie das Bundesforschungsministerium und das Desy am Montag mitteilten.

Der Röntgenlaser soll von 2012 an völlig neue Einblicke in die Materiestruktur ermöglichen. Mit seinen extrem brillanten, ultrakurzen Röntgenblitzen könnten molekulare und atomare Vorgänge gefilmt und Momentaufnahmen von atomaren Details gewonnen werden, betonte das Desy. Deutschland, Frankreich, Griechenland, Großbritannien, Italien, Polen, Schweden, die Schweiz und Spanien hätten sich verpflichtet, bis Mitte 2006 die Voraussetzungen für ein Regierungsabkommen zum Bau und Betrieb der europäischen Xfel-Anlage zu schaffen.

Der geplante Darmstädter Doppelbeschleuniger Fair mit einem Umfang von 1 100 Metern soll Ionen (elektrisch geladene Atome oder Moleküle) in einer bislang nicht gekannten Intensität auf Atomkerne schießen. Dadurch entstehen Abläufe, wie sie bei der Entstehung des Weltalls vermutet werden. Die GSI verfolgt mit dem Projekt vor allem zwei Forschungsschwerpunkte: die Entstehung der Elemente und die Zusammensetzung der Atomkerne.

Fair, der 2014 in Betrieb gehen soll, wird zu drei Vierteln vom Bundesforschungsministerium bezahlt. Darüber hinaus wollen sich Finnland, Frankreich, Griechenland, Großbritannien, Italien, Polen, Russland, Schweden und Spanien beteiligen. Ein detaillierter Zeit- und Kostenplan soll 2006 vertraglich vereinbart werden.

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