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14.01.2009

13:21 Uhr

Internationales Jahr der Astronomie

Ein Universum voller Rätsel

Seit 400 Jahren erforschen Menschen den Weltraum mit Teleskopen - und noch immer ist unser Universum ein Kosmos voller Rätsel. Mit dem Internationalen Jahr der Astronomie wollen die Vereinten Nationen und die Internationale Astronomische Union den ersten Blick durch ein Fernrohr auf den Nachthimmel feiern.

Faszination Nachthimmel: Noch immer steckt das Universum voller Rätsel. Foto: dpa dpa

Faszination Nachthimmel: Noch immer steckt das Universum voller Rätsel. Foto: dpa

dpa HAMBURG/PARIS. Auch 400 Jahre nach Galileo Galilei ist das Universum voller Rätsel. Seit der berühmte italienische Astronom 1609 erstmals sein Fernrohr zum Sternenhimmel richtete, haben Teleskope unser Bild vom Weltall grandios erweitert - aber auch zahllose neue Fragen aufgeworfen. Den Beginn der Erforschung des Weltalls mit Teleskopen vor vier Jahrhunderten feiern die Vereinten Nationen (UN) und die Internationale Astronomische Union (IAU) mit dem Internationalen Jahr der Astronomie 2009. Es wird an diesem Donnerstag in Paris eröffnet.

Galilei entdeckte mit seinem Fernrohr Berge auf dem Mond, der bis dahin für weitgehend flach gehalten wurde. Er erkannte die Milchstraße als Band unzähliger Sterne und bewies, dass sich im Weltall nicht alles um die Erde dreht: Seine Entdeckung der nachihm benannten Jupitermonde zeigte, dass auch andere Himmelskörper von Trabanten umkreist werden. „Das war sensationell“, betont der Astronom Michael Geffert vom Argelander-Institut für Astronomie der Universität Bonn. Der deutsche Koordinator des Astronomiejahrs bezeichnet den Beginn der Teleskop- Ära als „Schritt in eine neue Welt“.

Offizielle Website zum Internationalen Jahr der Astronomie

Galileis Beobachtungen der Jupitermonde bedeuteten einen entscheidenden Beleg für das Weltbild des Astronomen Nikolaus Kopernikus, wonach sich die Planeten um die Sonne drehen. Dazu hatte Johannes Kepler im selben Jahr einen zentralen theoretischen Beitrag geliefert: 1609 erschien seine „Astronomia nova“ mit den ersten beiden Keplerschen Gesetzen über die Planetenbahnen - ein zweiter Anlass für das Astronomiejahr, wie Geffert betont.

Im 18. Jahrhundert vergrößerte Friedrich Wilhelm Herschel, einer der produktivsten Teleskopbauer seiner Zeit, mit der Entdeckung des Planeten Uranus das Ausmaß des damals bekannten Sonnensystems mit einem Schlag auf das Doppelte. In den 1920er Jahren bewies der US- Astronom Edwin Hubble mit dem damals größten Teleskop, dass zahlreiche der milchigen Flecken am Nachthimmel nicht Teil unserer Milchstraße sind, sondern eigene, gigantisch weit entfernte Galaxien, die auch noch stetig auseinanderstreben. Das Weltall dehnt sich permanent aus, und vor wenigen Jahren bemerkten Astronomen, dass sich diese Ausdehnung des Alls sogar beschleunigt.

Den Grund sehen viele Astronomen in einer mysteriösen Dunklen Energie. „Niemand weiß, was das ist. Nur, was sie bewirkt: Sie treibt das Weltall wie eine Anti-Schwerkraft immer schneller auseinander“, schildert die Mit-Koordinatorin des Astronomiejahrs in Deutschland, Gabriele Schönherr vom Astrophysikalischen Institut Potsdam.

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