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20.11.2013

14:18 Uhr

ISS seit 15 Jahren im Orbit

Arbeitsplatz All

Der Traum von dauerhaftem Leben im All ist mit dem Baubeginn der ISS vor 15 Jahren näher gerückt. Dort wird wertvolle Forschungsarbeit geleistet. Die Station hat auch Kritiker – und ihr weiterer Betrieb ist unsicher.

ISS mit angedocktem Space Shuttle im Jahr 2011: Bis 2020 ist der Betrieb der Internationalen Raumstation gesichert, danach ist die Zukunft noch ungewiss. dpa

ISS mit angedocktem Space Shuttle im Jahr 2011: Bis 2020 ist der Betrieb der Internationalen Raumstation gesichert, danach ist die Zukunft noch ungewiss.

MoskauBei klarem Wetter ist der fliegende 450-Tonnen-Koloss manchmal mit bloßem Auge zu entdecken – auch ohne Positionslichter. Deutlich zeichnet sich die Internationale Raumstation ISS am Himmel ab, wenn sie auf ihrem Weg um die Erde von der Sonne angestrahlt wird. Seit den Anfängen 1998 hat es auf der Station fast 200 Außeneinsätze – sogar mit Olympia-Fackel – sowie Hunderte Experimente gegeben.

Die Zukunft der ISS, die in diesen Tagen ihren 15. Geburtstag feiert, steht aber in den Sternen. Europa würde gerne die aufstrebende Raumfahrtmacht China ins Boot holen, doch scheitert dies vor allem am Widerstand der USA und Russlands.

Der „Grundstein“ für den Außenposten der Menschheit wurde am 20. November 1998 gelegt, als eine russische Proton-Rakete das erste Bauteil ins All brachte. Zwei Wochen später befestigte dann eine Space-Shuttle-Crew ein US-Modul an dem russischen Segment. Seit 2000 ist die von Deutschland mitfinanzierte Forschungsinsel ständig besetzt. Als erster Deutscher reiste 2006 der Astronaut Thomas Reiter zur ISS. Im nächsten Jahr soll eine 26 Millionen PS starke Sojus den Schwaben Alexander Gerst zur Station bringen. Für ihn werde damit ein Traum wahr, schreibt der 37-Jährige aus Künzelsau bei Twitter.

Mit rund 28.000 Stundenkilometern rast die ISS in etwa 90 Minuten einmal um den Erdball. Raumfahrer schwärmen von dem Blick aus rund 400 Kilometern Höhe auf unseren Planeten. Nachts funkeln Megastädte, tags glitzern Ozeane. Aber abgesehen von dieser Aussicht sei die ISS alles andere als eine schwebende Traumherberge, erzählt der Kosmonaut Pawel Winogradow. Bei schlechter Luft und bescheidenem Essen lebe die außerirdische Wohngemeinschaft fast ohne Privatsphäre zwischen Computern und Kabeln. „Die Raumstation ist kein Luftschloss, sondern eher ein Zeltlager“, sagt auch der US-Astronaut Chris Cassidy.

Gut ein Dutzend Nationen – neben den USA und Russland vor allem Europäer sowie Japan und Kanada – beteiligen sich an der ISS, die mit ihren Sonnensegeln aussieht wie eine riesige Libelle. Die meisten Bauteile stammen aus Russland und den USA, aber mit dem in Bremen und Turin (Italien) gebauten Columbus-Labor erhielt das „Haus im Orbit“ 2008 auch ein „europäisches Zimmer“.

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