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11.03.2011

15:39 Uhr

Japan

Forscher erwarten weitere Beben und Schäden

Experten rechnen mit weiteren Schäden durch Nachbeben in Japan. Die Naturkatastrophe unterstreicht ein Kardinalproblem der Geowissenschaften: Erdbeben lassen sich nicht exakt vorhersagen - und das wird auf absehbare Zeit wohl auch so bleiben.

Seismologische Kurve des Erdbebens in Japan: Bislang haben Wissenschaftler keine Möglichkeit, Erdbeben exakt vorherzusagen. Quelle: dpa

Seismologische Kurve des Erdbebens in Japan: Bislang haben Wissenschaftler keine Möglichkeit, Erdbeben exakt vorherzusagen.

BerlinNach dem gewaltigen Erdbeben mit einer Stärke von 8,9 in Japan kann es dort noch über Monate Nachbeben geben. Darauf haben Wissenschaftler vom Deutschen Geoforschungszentrum (GFZ) in Potsdam hingewiesen.

„Sicherlich wird es kein Beben der gleichen Stärke geben“, sagte der Seismologe Winfried Hanka dem Handelsblatt. Aber schon heute seien Nachbeben mit einer Magnitude von 7 gemessen worden. „Das ist auch nicht ohne.“

Der Tsunami rolle gerade über den Pazifik und werde am Samstag Südamerika erreichen. „Morgen um 8 Uhr ist die Sache ausgestanden“, sagt der Physiker. Die Auswirkungen seien zum jetzigen Zeitpunkt jedoch nicht vorherzusagen. „Es ist auf jeden Fall mit weiteren Schäden zu rechnen.“

Hanka lobte den Umgang Japans mit dem Erdbeben. In Japan existiere seit Jahrzehnten ein Tsunami-Frühwarnsystem. „Aber wenn die Zeit kurz ist, bringt das beste Frühwarnsystem nichts.“ Zwischen Erdbeben und der ersten Welle seien nur etwa 20 Minuten vergangen.

Hanka berichtete, dass es in der Region seit Tagen starke Beben gegeben habe, die auch im GFZ in Potsdam registriert worden seien. Doch wisse man erst im Nachhinein, dass diese Vorbeben gewesen seien. „Soweit ist die Wissenschaft noch nicht, dass man Vorbeben wirklich als Vorbeben vorhersagen könnte.“

„Wir können nicht in die Erde hineinschauen. Das ist ein chaotischer Prozess“, ergänzt Webers GFZ-Kollege, der Seismologe und Geophysiker Michael Weber. „Wenn man einen Balken biegt, kann man auch nicht genau sagen, wann der bricht.“

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