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12.07.2011

10:29 Uhr

Japan

Neue Magnetbahn soll Exportschlager werden

VonEberhard Krummheuer, Jan Keuchel

Japan will endlich Fukushima hinter sich lassen - und wieder mit Technologien punkten. Den Durchbruch soll die neue Magnetschwebebahn bringen. Der japanische Optimismus erinnert an die hochfliegenden deutschen Pläne.

Testfahrt einer Magnetschwebebahn in Japan im Dezember 2003. Neue für 2027 geplante Züge sollen 500 Stundenkilometer erreichen. Quelle: ap

Testfahrt einer Magnetschwebebahn in Japan im Dezember 2003. Neue für 2027 geplante Züge sollen 500 Stundenkilometer erreichen.

Tokio, DüsseldorfYoshiomi Yamada, Präsident der Eisenbahngesellschaft Central Japan Railway, will das Erdbeben vom Frühjahr und seine katastrophalen Folgen endlich vergessen. Das Land müsse wieder "seinem Namen als technologische Führungsmacht gerecht werden", erklärte er kürzlich.
Dazu setzt die Bahn, die in Japan JR Tokai heißt, auf Technologie für Magnetbahnen. Nicht nur für den Eigengebrauch, sondern als Exportschlager für Schnellbahnstrecken auf der ganzen Welt.
Den Durchbruch soll eine neue Schwebebahn bringen: Mit einem Spitzentempo von 500 Stundenkilometern soll sie an der japanischen Ostküste zwischen Tokio und Nagoya verkehren. Ab dem Jahr 2027 wird es nach den offiziellen Plänen so weit sein, später will die japanische Bahn die Strecke bis Osaka verlängern. Dann könnte der Zug den legendären Shinkansen ersetzen, dessen Strecke nach jahrzehntelanger Beanspruchung reif für den Ruhestand sein wird. Die Schwebebahn soll in voller Fahrt zehn Zentimeter über den Schienen schweben, aber bei langsamem Tempo auf Rädern rollen. Wenn die Strecke steht und der Zug fährt, so die Hoffnung der Ingenieure, dürfte es dem Bahnkonzern relativ leichtfallen, die Technik weltweit zu vermarkten.

Während China mit Riesenschritten Hochgeschwindigkeitsstrecken auf Basis herkömmlicher Bahntechnik vollendet, legen Japans Bahnindustrielle und Verkehrspolitiker alle Hoffnungen in ihre Magnetbahn. Mit der Technik wollen sie selbst gegen Hochgeschwindigkeitsprojekte mit klassischen Zügen wie dem ICE oder dem TGV antreten.
International locken gut gefüllte Geldtöpfe. In der Wirtschaftskrise haben Staaten große Konjunkturprogramme aufgelegt, die viel Geld für Straßen- und Bahnvorhaben bereithalten. So will US-Präsident Barack Obama für die nächsten sechs Jahre etwa 53 Milliarden Dollar allein in Bahnprojekte stecken.

In Sachen Magnetschwebetechnik zielt JR Tokai deshalb vor allem auf die Strecke von Washington nach Baltimore. Die 40-Meilen-Strecke ließe sich zudem weiter ausbauen bis nach New York und Boston. "Unsere Priorität ist es, die Magnetschwebebahn in den USA zu promoten", sagt Yoshiyuki Kasai, Chairman von JR Tokai. Hinzu kämen Projekte in den rasant wachsenden Schwellenländern wie Vietnam oder Brasilien, deren Nachfrage nach schnellen Transporten ebenfalls wachse.

Kommentare (2)

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Blueavant

13.07.2011, 20:26 Uhr

Wie können Sie eigentlich beim Aufzählen der schnellsten Züge der Welt den Transrapid ignorieren, obwohl der Artikel von Magnetschwebebahnen handelt?

Nagoya

15.07.2011, 02:36 Uhr

"Dann könnte der Zug den legendären Shinkansen ersetzen, dessen Strecke nach jahrzehntelanger Beanspruchung reif für den Ruhestand sein wird." Diese Aussage ist falsch. Die Magnetschwebebahn wird den Shinkansen ergänzen, nicht ersetzen. Der Shinkansen wird nicht stillgelegt werden.

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