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28.01.2008

13:58 Uhr

Jungfernfahrt

Drachen zieht Frachter über den Ozean

Die Erprobung des Zugdrachen-Systems: Das erste Frachtschiff, das mit einem Zugdrachen des Hamburger Unternehmens SkySails ausgerüstet wurde, befindet sich mit zehn Tausend Tonnen Fracht auf seiner Jungfernfahrt nach Südamerika. Das Motorschiff „Beluga SkySails“ sieht nur auf den ersten Blick wie ein ganz normales Frachtschiff aus.

HB DÜSSELDORF. Auf hoher See zeigt sich der Unterschied zu anderen Schiffen jedoch deutlich, denn ein 160 Quadratmeter großer Zugdrachen zieht das Gefährt durch den Ozean.

Mit der Jungfernfahrt beginnt die Praxiserprobung des Zugdrachen-Systems. „In den kommenden Monaten können wir nun endlich beweisen, dass unsere Technologie in der Praxis funktioniert und deutlich Öl sowie Emissionen einspart“, sagt Stephan Wrage, Geschäftsführender Gesellschafter von SkySails. Es gehe nicht darum die Höchstgeschwindigkeit des Schiffes zu steigern, sondern bei Beibehaltung von 15,5 Knoten Geschwindigkeit die Hauptmaschine zu entlasten und damit Diesel zu sparen.

Zwischen zehn und 35 Prozent der Treibstoffkosten könnten eingespart werden. „Das sind etwa 1 500 Dollar pro Tag“, sagt Verena Frank, Projektleiterin von SkySails bei Beluga Shipping. Theoretisch könne man fast jedes Schiff mit dem Zugdrachen nachrüsten. Ausnahmen bilden lediglich Riesenfrachter mit zu großer Tonnage.

Die Kosten für das gesamte System belaufen sich inklusive Teleskopmast, Steuerung und Segel auf rund 500 000 Euro. „Nach drei bis fünf Jahren haben sich die Kosten amortisiert“, schätzt Frank.

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