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07.02.2018

04:28 Uhr

Jungfernflug der „Falcon Heavy“

Elon Musk schickt Riesenrakete ins All

VonBritta Weddeling

Mit dem erfolgreichen Start der größten privaten Rakete geht Musk in die Geschichte der modernen Raumfahrt ein - auch wenn nicht alles perfekt lief.

Klick der Woche

Hier landen die Triebwerke der SpaceX-Rakete perfekt synchron

Klick der Woche: Hier landen die Triebwerke der SpaceX-Rakete perfekt synchron

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San FranciscoEin roter Tesla schwebt durchs Weltall. Auf dem Vordersitz hockt ein Astronauten-Dummy in weißem Raumanzug und verspiegeltem Helm. Der blaue Erdball leuchtet im Hintergrund. „Don’t panic“, heißt es auf dem Bildschirm im Cockpit. Aus dem Off ertönt immer wieder lauter Jubel.

Solche Bilder gefallen Elon Musk, Gründer von SpaceX. Mindestens zum Mars sollen seine Raketen schon bald fliegen. Mindestens das weltweite Transportwesen will er mit Tesla und seiner Tunnelfirma Boring Company revolutionieren. Die intergalaktischen Aufnahmen sollen der Welt Überlegenheit demonstrieren und zeigen, dass Musk gewinnt, am Ende, gegen all die Zweifler. „Don't panic“ – der Satz aus dem Science-Fiction-Klassiker „Per Anhalter durch die Galaxis“ von Douglas Adams ist mit Bedacht gewählt.

Der erfolgreiche Jungfernflug der „Falcon Heavy“, die am Dienstagnachmittag um kurz vor drei Uhr Ortszeit vom Weltraumbahnhof Cape Canaveral in Florida abhob, bringt den Multiunternehmer dem Ziel nun sehr viel näher. Die Fertigung des Model 3, dem Tesla für den Massenmarkt, steckt tief in der „Produktionshölle“. Wieder und wieder enttäuscht der Chef die Erwartungen, die er selbst weckt.

Nicht so bei den Raketen. Hier gelingt Musk erneut, was niemand für möglich gehalten hatte. Mit der „Falcon Heavy” schickt er die größte Rakete ins All, die je von einem privaten Unternehmen gebaut wurde. Sie besitzt eine Höhe von 70 Metern, hat 27 Triebwerke und kann eine Nutzlast von etwa 60 Tonnen stemmen, mehr als die europäische Trägerrakete Ariane 5. Bislang waren solche Starts der Weltraum-Agentur Nasa vorbehalten.

Auch das Schauspiel, das SpaceX in den Lüften Floridas lieferte, konnte sich sehen lassen. Rasant startete das schneeweiße Raketen-Trio von der Abschussrampe, schnellte durch eine Rauchwolke hinauf in den Himmel, platzierte Musks eigenen Tesla Roadster plus „Fahrer“ im Weltraum, und kehrte innerhalb von etwa acht Minuten in einem Helix-Bogen in Einzelteilen wieder auf die Erde zurück.

Damit die Weltöffentlichkeit das Spektakel nicht verpasste, übertrug Musk es via Live-Stream. Im Video schaltete das SpaceX-TV immer wieder zwischen feiernden Fans und SpaceX’ Hauptquartier in Hawthorne, Los Angeles, hin und her. Eine Art Reality-Show, nur für Raketen. „Sieht gut aus“, jubelte ein Ingenieur, als sich die zwei kleineren Antriebsraketen vom Hauptgeschoss der „Falcon Heavy“ lösten, etwa zwei Minuten nach dem Start. „Wahnsinn“, rief ein anderer, da zündeten die Bremstriebwerke und die Raketen trudelten zurück Richtung Erde, um sanft auf dem Landeplatz in Florida aufzusetzen.

Ganz glatt ging letztendlich doch nicht alles: Der dritte, mittlere Booster krachte in den Atlantik, wie Musk Reportern sagte. Die zentrale Rakte hätte eigentlich auf einer Plattform landen sollen. Musk zeigte sich davon unbeeindruckt. Zu sehen, wie zwei Boosterraketen landeten, sei das Spannendste gewesen, was er je gesehen habe, so Musk.

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